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Lebensgeschichten und Erfahrungen

Wir sind hier, um unsere Erfahrung, Kraft und Hoffnung sowie Gottes Liebe und Glauben in Christus miteinander zu teilen ... one day one step in God’s Time ...!

 Zweifach errettet! 

    Ich saß in meinem Büro, nass geschwitzt, ein Stimmengewirr um mich herum, aber nichts drang in mich hinein, nur Angst, das Bewusstsein meiner zitternden Hände, das Drehen im Kopf, schlappe Knie und einen durchhängenden Magen. Aber das Schlimmste waren die stechenden Anfälle von Verwirrung, Lebensangst, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Mein Leben, das lange Jahre geordnet und gesichert schien, glitt mir aus den Händen. Ebenso meine berufliche Karriere. Der Alkohol hatte seine Zauberwirkung verloren. Zunächst war er der Begleiter und Garant meines Erfolges. Er gab mir Kraft, Zuversicht und stärkte meine Persönlichkeit, an der es mir offenbar stets mangelte. Er füllte eine Leere in mir, die bereits vorhanden war, bevor ich das erste Glas ergriff. Ich wollte nicht betrunken werden, aber der Stoff machte mich „normal“ und „vollkommen“, ein Schluck Alkohol gab mir das, was ich brauchte, um mich angenommen, ja perfekt zu fühlen. Ich glaube, Betroffene werden mich verstehen! Aber mein zunehmendes Trinken brachte immer mehr Probleme: Scham und Schuldgefühle – ich hatte liebende und fürsorgliche Eltern und eine streng katholische Erziehung. In Kopf und Seele hatte ich alle 10 Gebote gebrochen, die 7 Todsünden waren mein täglicher Lebensstil und ich hasste mich dafür. Ich hasste alles und jeden – am meisten mich selbst. Bislang hatte mich der Alkohol von all diesen schrecklichen Dingen „befreien“ können – aber nun funktionierte er nicht mehr.

    Ich war gefangen wie am Angelhaken, ein Alkoholiker, der an einer physischen, geistigen, seelischen und geistlichen Krankheit leidet, die ich nicht kontrollieren konnte – aber dieses wusste ich damals noch nicht! Mein Geist, meine Seele und mein Körper waren am Ende. Jede Nacht betete ich um zwei Dinge: Alles zu vergessen oder am nächsten Morgen das erste Glas stehen lassen zu können! Als ich in meinem Büro am Schreibtisch sitzend ohne Rücksicht auf meine Umgebung laut betete: „Gott hilf mir!“ geschah etwas Merkwürdiges. Bis heute ist mir dieser stille, aber dramatische Moment unerklärlich und geheimnisvoll geblieben. Unmittelbar fühlte ich eine angenehme Wärme in meinem Körper, das Zittern und Schwitzen verschwanden plötzlich und eine Ruhe und Sicherheit überkamen mich, die Angst und Verwirrung waren verschwunden. Es war, als wäre ich auf einmal ein neuer Mensch geworden. Ich wusste sofort, es waren Gott und der Heilige Geist, die in mein Leben traten. Meine nächsten Worte waren: „Danke, danke, danke, Gott!

    Ich hätte gern berichten mögen, dass sich von nun an Alles in meinem Leben gebessert hätte, aber so war es leider nicht. Ich war befreit, das erste Glas stehen zu lassen und bereit und willig zu werden, mein Leben verändern zu lassen. Die Krankheit ist und bleibt in mir und hat vieles zerstört. In meinem Leben musste vieles wieder repariert werden, wenn es überhaupt möglich wäre. Meine Genesung begann mit dem 12-Schritte-Programm der Anonymen Alkoholiker. In dieser Gemeinschaft von Männer und Frauen, die miteinander ihre Erfahrung, Kraft und Hoffnung teilen und somit anderen Betroffenen helfen, ihr Problem lösen zu können, begann ich, meine persönlichen Fehler und Schwächen zu erkennen und Schritt für Schritt und Tag für Tag mein Leben durch Gottes Hilfe verändern zu lassen. 

    Die Erlebnisreihe von Wundern setze sich fort. Mein Sohn nahm auf einer Evangelisation Jesus als seinen Erlöser und Herrn an. Meine Frau und ich folgten ihm nach. Wir gingen in die gleiche Gemeinde. Wir ließen uns taufen. Unser Sohn war dabei und betete für uns. Welch ein Gefühl voller Glück und Erfüllung, dass Jesus unsere Familie wieder vereint hatte! In meinem Zeugnis sagte ich: „Jesus hat mich zweimal errettet – zuerst nahm Er den furchtbaren Zwang, trinken zu müssen, von mir, damit Er mir gemeinsam mit meiner Familie das ewige Leben im Namen des Heiligen Vaters und des Geistes schenken könne!“  Aber damit war mein Weg der Genesung noch nicht zu Ende – er wird es nie sein. Meine Frau, die Jahre lang mit einem nassen Alkoholiker zusammen gelebt hatte, brauchte ihren persönlichen Heilungsprozesses ebenso wie ich. Ich kann hier nicht aufzählen, was sich alles im Laufe unserer Ehe an alten Wunden und Narben angesammelt hatte und endlich verarbeitet werden musste. Wir fanden unsere gemeinsame Lösung bei einer 12-Schritte-Gemeinschaft mit dem für uns unbekannten Namen „Overcomers Outreach“, was so viel bedeutet wie: Besiege heute dein persönliches Handicap mit Gottes Hilfe und streck deine Hand zur Hilfe aus.  Die Gemeinschaft O.O. ist unabhängig von Konfessionen, Kirchendogmen, Pastoren oder sonstigen humanen Einflüssen, die wir ja auch in der christlichen Welt finden. Unser einziger Dienstherr ist Jesus Christus! Wir kommen von den unterschiedlichsten Gemeinden, verschiedensten Konfessionen und Kirchen, mit den unterschiedlichsten Problemen, aber Eines ist uns allen gemeinsam: Wir alle glauben an die heilende und befreiende Macht und Kraft Jesu Christi und gemeinsam arbeiten wir mit dem 12-Schritte-Programm an unserem neuen Leben. Wer glaubt, dass wir aber nur traurige Stunden zusammen verbringen, der irrt, denn ein herzliches Lachen ist ein stetiger Begleiter in unseren Meetings. Wir nehmen die Probleme unseres Nächsten und unsere eigenen sehr wichtig, aber wir wollen uns selbst nicht mehr so wichtig machen, dafür ist das Leben zu kurz und die Zeit unseres Genesungsprozesses zu kostbar.

    Ich fühle mich einfach gesagt dankbar und privilegiert, heute das weitergeben zu können, was mir einst geschenkt wurde:  Mein Leben vor anderen Menschen, die heute noch so leiden, wie ich einst gelitten habe, ausbreiten zu dürfen mit all den negativen und schrecklichen Erfahrungen, aber auch mit dem Mut, der Kraft und Hoffnung auf Veränderung, wie ich sie neu erleben durfte: Nur durch Gottes Gnade – Nur zu Seinem Ruhm!

    Es ist für mich ein unbeschreiblich wunderbares Gefühl, wenn andere Menschen aus meinen Schwächen für ihr Leben lernen können ...

 C.

      Suchet und ihr werdet finden

    Vor einigen Jahren entdeckte ich in einem Gesundheitsmagazin einen Artikel über das 12–Schritte–Programm. Obwohl ich von diesem Programm noch niemals gehört hatte, überkam mich das Gefühl, dass es die Lösung für meine langjährigen Leiden sein könnte. Mein Leben verlief bis dahin sehr unglücklich. Ich fühlte mich ungeliebt – innerlich voller Schmerz. Meine Bulimie verursachte mir tägliche Höllenqualen und Ängste vor der Waage: Habe ich heute gewonnen oder wieder verloren? Mein Leben war aufzehrend und erschien mir hoffnungslos, ohne Sinn und Ziel. Ich wechselte meine Arbeitsplätze sehr oft. Ich wechselte die Wohnungen und Orte. Meine Eltern ließen sich scheiden – dieses erfüllte mich mit noch mehr Verzweiflung und mit dem quälenden Gefühl der Angst, verlassen und allein zu sein.

    Das Böse schien in unserer Familie gesiegt zu haben, meine Eltern hatten kein gutes Wort mehr füreinander übrig. Mein Boss schickte mich nach Hause, weil ich für nichts zu gebrauchen war. Ich fühlte mich elend und am Ende meiner Kräfte. Dann entdeckte ich in einem christlichen Bücherladen ein Buch über die 12 Schritte. Ich erinnerte mich sofort an meine erste Begegnung mit dem 12-Schritte- Programm und fand einen Hinweis auf die Gemeinschaft von Overcomers Outreach aus den USA. Das O.O. Zentralbüro konnte mir eine hiesige Kontaktadresse angeben. Am gleichen Abend rief ich dort an und man sagte mir, wann und wo das nächste O.O. Treffen stattfände. Als ich mit viel Herzklopfen den Meeting-Raum betrat, überkam mich eine Gefühlsmixtur von Wärme, Hoffnung und Geborgenheit. Endlich war ich nach langen Jahren des Leidens und der Verzweiflung wahrhaftig in „meiner Familie“ angekommen. 

 J.

    PS.  Ich habe zwischenzeitlich auch gelernt, meine eigene Familie Stück für Stück loszulassen und mich immer mehr auf Gott zu verlassen! Mein Leben ist ausgefüllt und spannend geworden - ein wahres Abenteuer, wenn ich es Schritt für Schritt Gott überlasse!

 Jesus ist die Lösung

    Während ich meine Lebensgeschichte aufschreibe, beginne ich, echte Freude zu verspüren, dass ich abhängig wurde, weil ich heute glaube, dass die 12 Schritte für mich der einzige Weg zum Leben sind. Als ich aufwuchs, fühlte ich mich stets verwirrt und unsicher – dieses Verhalten schuf einen verzweifelten Drang nach Kontrolle. Ich glaubte, alles kontrollieren zu müssen und zu können, Mitmenschen, Lebenssituationen und auch die Einnahme von stimmungsverändernden Substanzen, die ich so liebte, weil sie mein Leben einfacher und schöner machten. Die Angst, die Kontrolle über Alles verlieren zu können, war überwältigend. Mein Verhalten gegenüber anderen Personen war so wechselhaft und labil, dass es plötzlich von normal und vernünftig bis ausflippend und verrückt hin und her schwanken konnte.

    Meine erste Abhängigkeit war Essen. Ich fühlte ein großes Loch in mir und es war der natürlichste Wunsch, dieses aufzufüllen – mit den falschen Dingen. Ich musste alles haben und ausprobieren, um für mich befriedigt zu sein. Mit Sieben versuchte ich es mit einer Zigarette, was eine entsetzlich üble Erfahrung war, aber mein Kopf sagte mir: Das können wir meistern – daraus machen wir einen Kult! Und so war ich bereits während meiner Gymnasialzeit davon abhängig. Der nächste Gag war das andere Geschlecht. Eine Diät machte mich attraktiver und den Rest besorgten meine Drogen, auf die ich umgestiegen war. Dieses geschah zum Zeitpunkt meines ersten Gedankens an Selbsttötung. Meine beiden Elternteile waren mental krank und es waren genügend Medikamente im Haus, um es zu tun. Als ich meine Hand danach ausstreckte, hörte ich zum ersten Mal Gottes Stimme. Sie war ganz ruhig und leise, aber dennoch deutlich und stark: „Es gibt einen besonderen Grund, warum du heute hier angekommen bist. Eines Tages wirst du dadurch vielen Menschen helfen können.“ Ich hatte meinen Lebensauftrag gefunden. Ich beschloss, den Leidenden zu helfen, damit ich ihnen beweisen konnte, welch ein hervorragender und guter Mensch ich sei.        

    Aber zu meinem Ärgernis wollten die meisten nichts von meinem Großmut und meiner Hilfe wissen!

    Ich kam in eine Klicke von Kriminellen und Drogensüchtigen mit dem Wunsch, ihnen zu helfen. Ich hatte viele kurze Affären, das Verlangen, geliebt zu werden. Ich konnte einfach nicht Nein Sagen, ich wollte Menschen gefallen und beeindrucken und alles genießen, was es nur gab. Zu diesen Süchten kam die Arbeitswut, endlich es mir und ihnen beweisen zu wollen, wozu ich fähig war. Als dann noch plötzlich meine Mutter starb, brach mir der Boden unter den Füßen weg. Sexaffären, Drogen, die Flucht zurück zum Vater, das Helfersyndrom, alles im Griff haben zu wollen und zu können, machten mein Leben aus, ohne jedoch meine eigenen  Probleme erkennen zu können oder zu wollen. Eine neue Partnerschaft – beide vom Stoff abhängig. Wir verloren unser erstes Baby, er seinen Job und alles kreiste um unsere Lebenskiller –   wir waren blind.

    Die zweite Schwangerschaft – dann starb mein Vater. Wir versuchten krampfhaft, zu überleben in jeder Hinsicht. Mit 21 habe ich mein Leben Jesus übergeben, aber es war keine aufrichtige Kapitulation: ICH wollte immer noch mein Herr sein und Alles bestimmen. Ich wollte in der Gemeinde glänzen, Menschen beeindrucken, geliebt und geschätzt werden. Als ich getauft wurde, wusste ich, dass Jesus der einzige Weg, die einzige Wahrheit und das einzig wahre Leben ist. Aber ich musste erst auf den Boden der Verzweiflung aufschlagen, ehe ich in Demut kapitulieren und Jesus mein Leben wahrhaftig übergeben konnte. Erst als ich meine Lebensgeschichte den Freunden in der in unserer Gemeinde neu gegründeten Gruppe von Overcomers Outreach erzählen konnte, begann in mir eine neue Hoffnung und Freude zu erwachen. Es war unbeschreiblich wohltuend zu hören, wie andere Menschen etwas Ähnliches wie ich erlebt hatten, wie sie damit umgegangen sind und wie sie heute ihr Leben zu meistern versuchen – auch wenn uns keine himmlischen Früchte in den Schoß fallen und das 12-Schritte-Programm eine harte tägliche Arbeit ist. Aber irgendwie schaffte ich es nicht, das Programm und seine Schritte auch wirklich zu leben.

    Alkohol schien für mich kein Problem zu sein, es war für mich normal, abends ein paar Gläschen zu trinken. Meine Vorliebe für Haschisch gab ich auf, da ich Angst hatte, so wie meine Mutter zu enden. Dann wurde unser zweiter Sohn geboren. Ich war krank, dennoch pumpte ich Nikotin und anderen Stoff durch meine Lungen. Schluss damit! Ich hatte genug und kehrte zu den Gruppen von O.O. zurück. Langsam konnte ich mit Hilfe von Freunden und anderen 12-Schritte-Gruppen meine erste ununterbrochene clean und trockene Zeit erreichen: 1 Monat, 12 Monate, dann zwei Jahre ohne Stoff! Nun wollte ich auch meinem Alkoholproblem ins Auge sehen. In einer Therapieeinrichtung empfahl man mir die Wahl zwischen „kontrolliertem Konsum“ und totaler Abstinenz. Ich habe laut den Herrn gelobt, dass Er mir in den letzten Jahren so deutlich gezeigt hat, dass ich keine Kontrolle über mich und Andere ausüben kann und soll. Und so habe ich auch diese Schritte in meinem Leben konkret umzusetzen gewagt: Ich kann nicht – Gott kann – Überlass es Ihm!  (Die erste drei Schritte des 12-Schritte-Programms in Kurzform).

    Gerne würde ich berichten, dass mein Leben nun endlich ohne Probleme und nur voller Freude und Frieden ist. Nein, das ist es nicht. Es ist erst der Beginn einer großen Reise zur Genesung und Erlösung. Ich kann mit den täglichen Herausforderungen besser umgehen und ich habe Freunde, die mir helfen, wenn ich sie brauche. Und die Lösung meiner Probleme ist einfach:  Jesus, der Sohn Gottes, schenkt euch echte Freiheit, wenn ihr wirklich frei werden wollt. Nur ER kann das tun, was ich für mich nicht tun konnte. Halleluja!

P.

  Und das Beste steht noch bevor!

    Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, so habe ich nur wenig Erinnerungen an meine Kindheit. Einige Bilder, wenn ich die Schule schwänzte, dass meine Kleidung stets ärmlich war und ich irgend wie nicht in die Welt meiner Freunde und Umgebung hineinpasste. Meine Mutter war sehr ängstlich und immer um mich besorgt, mein Vater hatte uns früh verlassen und so wuchs ich ohne väterliche Führung und Disziplin auf. Meine Mutter konnte mich nicht unter Kontrolle halten, dennoch liebte sie mich sehr, auch wenn ich gelegentlich Ärger mit der Polizei bekam, wenn ich etwas gestohlen hatte. Nach einigen Straftaten wurde ich aus der Obhut meiner Mutter genommen und in ein Erziehungsheim gesteckt.

    Ich erinnere mich noch genau an den Augenblick, als ich mein Urteil vernahm, dass ich fürchterlich weinte und zutiefst unglücklich war. Später kam ich zu Pflegeeltern (ich nannte sie Onkel und Tante) und war glücklich, dass sie ausgerechnet mich aufnahmen, obwohl sie ein Mädchen wollten. Sie kümmerten sich sehr liebevoll um mich und hinterließen in mir ein dauerhaftes Lebensprinzip: Die Liebe für andere Menschen, die jedoch noch der Reifezeit in meinem Leben brauchte.

    Als ich 21 wurde, starb mein Pflegeonkel und ich ging nun meine eigenen Wege. Auch heute - nach mehr als 40 Jahren - denke ich oft an die Beiden zurück, denn es waren wunderbare Menschen, die mir so viel von sich selbst gaben, am meisten Liebe, Treue und Aufrichtigkeit. Dann traf ich meine spätere Frau, wir waren 3 Jahre verlobt, bevor wir heirateten. Jetzt begann meine Trinkerzeit. Das Gefühl der Unsicherheit, unsere gemeinsame Zukunft nicht beherrschen zu können, machte mir Angst und Sorge, die jedoch mit einem Schluck Alkohol schnell verschwanden. So wurde in meiner 14jährigen Ehe der Alkohol mein bester Kumpane, der meine Ängste und Minderwertigkeitsgefühle bekämpfte. Meine Ehe wurde geschieden. Ich trank um so mehr bis ich nicht mehr konnte.

    Mit 44 kam ich zu den Anonymen Alkoholikern und versuchte, für heute das erste Glas stehen zu lassen. Nach 2 Jahren hatte meine „Höhere Macht“ meine Liebe für den Alkohol, der zu meiner festen Lebensstütze geworden war, endgültig gebrochen. Während der Arbeit in den Schritten 2 und 3 hatte ich ein „geistliches Erwachen.“ An meinem 2. Jahrestag ging ich in die nächste Kirche und mir wurde ganz eindeutig bewusst, dass Jesus Christus meine höhere Macht ist.

    Kurz bevor mein Vater starb, traf ich ihn noch einmal und er erzählte mir, dass ich als Kind nicht getauft worden bin. So bat ich unseren Pastor, mich zu taufen. In dieser Nacht träumte ich von Jesus Christus, wie Er auf dem Wasser stand. Als ich am Morgen erwachte, hörte ich eine Stimme, die zu mir sprach: „Hörst du mich? Hör mir zu! Gehe hinaus und tue mein Werk!“

    Ein Jahr später stieß ich auf eine christliche Gemeinschaft, die sich Overcomers Outreach nannte und anderen Menschen, die heute noch leiden, die Botschaft von Jesu befreiender Macht überbringt. Sofort spürte ich, dass genau das die Aufgabe war, die Jesus mir damals aufgetragen hatte. Ich fragte unseren hiesigen Pastor, ob wir in seiner Gemeinde eine solche Gruppe aufbauen dürften und er stimmte frohen Mutes zu und half uns dabei, die Botschaft zu verkünden. Seit mehr als 7 Jahren bin ich nun dabei. Welch eine Gnade Gottes! Ich lobe und preise den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist und danke für meine Genesung und das neu geschenkte Leben!

    Mein Leben ist nie besser gewesen und das Beste  steht noch bevor...

 R.

 Glaube, Hoffnung und Liebe

    Im Alter von 24 Jahren verließ ich meine Heimat, als ich meinen Mann heiratete. Während unserer 30jährigen Ehe lebten wir in drei Ländern, neun verschiedenen Städten und noch mehr Wohnungen. Mein Mann war bei der Armee, unser Leben verlief gut und ich genoss die vielen gesellschaftlichen Aktivitäten und die Freundschaften um uns herum. Als meine Mutter starb, fühlte ich mich wieder zum Glauben und zur Kirche hingezogen – meine Familie war immer schon sehr christlich gewesen und dieses war der einzige Platz,  wo ich ihnen wirklich nahe war. Ich erinnere mich an meinen ersten Gottesdienst, ich weinte bitterlich und eine Freundin musste mich trösten. Aber ich spürte sofort, dass mein Leben verändert war, in eine neue Richtung ging.

    Zu dieser Zeit wurde das Trinken meines Mannes immer schlimmer, er verlor seine Arbeit, sein Gesundheitszustand verschlechterte sich rapide. Ich betete für ihn, dass Gott ihn heilen möge, manchmal wurde ich sogar ärgerlich auf unseren Herrn, dass Er meine täglichen Gebete nicht erhörte. Ich begann, an mir selbst zu zweifeln, dass ich vielleicht keine gute Christin sei oder noch nicht gut genug – es war eine schlimme Zeit der Erprobung und Prüfung meines wieder neu geborenen Glaubens. Meine Freunde kannten meine Ungeduld, Alles was ich plante, wurde konsequent und schnell umgesetzt, zack, zack und so wollte ich, dass auch Gott meine Gebete sofort erfüllt. Wie arrogant, kindisch und selbstsüchtig ich mich Ihm gegenüber verhalten habe!

    Zu dieser Zeit kam ich mit den 12–Schritte–Gruppen von Al-Anon und Overcomers Outreach in Kontakt. Durch das Spiegelbild meiner neuen Freunde lernte ich mich selbst besser kennen und meine Fehler und Schwächen zu tolerieren. Ich lernte Gottes Willen zu erkennen und zu akzeptieren, mühsam konnte ich nun die Dinge meines Lebens, die ich für mich festhalten wollte, Ihm übergeben. Ich lernte, Seine Segnungen zu schätzen und nicht zu vergessen. Ich lernte, meine Ungeduld zu zähmen – nicht immer, aber immer öfter! Oh ich verdanke diesen Freunden so viele positive Erfahrungen, so viel Kraft und so viel Hoffnung - so viele Segnungen, die ich in meinem Leben nicht mehr zurückzugeben vermag.

    Das Wichtigste, ich lernte, das Leben meines Mannes vertrauensvoll in Gottes Hände zu legen. Es gab Zeiten, da gelang es meinem Mann, seinen exzessiven Alkoholkonsum unter Kontrolle zu halten, aber dann eskalierte es wieder. Ich wollte ihn schon seit geraumer Zeit verlassen, aber ich fühlte genau, dass die Zeit noch nicht gekommen war. Gott gab mir die Kraft durchzuhalten. Er wollte, dass ich mich weiterhin um ihn kümmerte und für ihn sorgte. Meine Hoffnung und mein Vertrauen in den Herrn gaben mir die Kraft, alle schlimmen Situationen zu überstehen.

    Äußerlich war bei uns Tumult, aber in meinem Inneren war Frieden; nicht immer, aber am Abend konnte ich stets in unserem Herrn meine sichere Zuflucht finden. Nach zwei langen Jahren des Kämpfens und Ausharrens wusste ich, dass mein Mann nun selbst die Verantwortung für sein Leben tragen könnte und müsste und ich beschloss, in meine Heimatstadt zurückzukehren. Mein Mann war endlich bereit, sein Leben und seine Genesung (er ging seit geraumer Zeit zu den AA Gruppen) selbst in die Hand zu nehmen. Er wollte mir folgen, wenn er selbst wieder Boden unter seinen Füssen gefasst hätte.

    Innerhalb von acht Wochen musste ich umziehen und meine neue Arbeitsstelle antreten. Wenn der Herr etwas bewegt, dann geht es schnell! Die erste Zeit der Trennung war nicht leicht, aber ich wusste genau, dass es Gottes Wille war, diesen Weg zu gehen. Wenn mein Mann auch in diesen Plan passen sollte, dann wird Gott ihm helfen, mir nachzufolgen! Alles lag und liegt in Gottes Händen und ich habe niemals Gottes unergründliche Weisheit angezweifelt! In dem Schoß meiner alten Familie und Verwandten blühte ich langsam wieder auf. Jeden Abend beteten wir für meinen Mann. Ich besuchte ihn noch einmal kurz und musste jedoch zu meinem Entsetzen feststellen, dass er sich von den AA Gruppen zurückgezogen hatte und wieder trank. Es war unsere letzte Begegnung. Einige Monate später starb er im Alter von nur 54 Jahren. Ich war entsetzt, traurig, aber nicht verzweifelt, denn mein Vertrauen und meine Hoffnung in den Herrn brachten mich durch diese schweren Stunden. Ich wusste, dass mein Mann nun im Frieden unseres himmlischen Vaters ruhte und akzeptierte Gottes Willen für ihn!

    Ich bin mit wunderbaren Segnungen erfüllt worden: Eine Arbeit, die mich ganz ausfüllt, eine kleine Wohnung in der Nähe des Hauses meines Sohnes und eine Familie, die mich aus ganzem Herzen liebt und sich rührend und aufopfernd um mich sorgt. Mein Leben ist voller Hoffnung, Freude, Liebe und voller Dankbarkeit. Im Internet traf ich einen Christen, der auch an der Arbeit von Overcomers Outreach interessiert war, und gemeinsam gründeten wir eine kleine Gruppe. Die Gegend um uns herum ist nicht sehr christlich und viele Menschen scheinen den Ärzten in den weißen Kitteln mehr zu vertrauen als unserem Herrn – was unsere spezielle Krankheit anbetrifft, die für mich eher ein Mangel an geistlicher Demut und Hingabe für Gott ist. So ist unsere Gruppe heute noch sehr klein, aber wir wissen genau, dass dieses wiederum der Wille Gottes ist, uns zu lehren, dass wir uns nur auf IHN verlassen sollen und nur ER  weiß, welcher Weg vor uns liegt.

    Die letzten Jahre haben mich gelehrt, mein Leben nur auf Gott zu bauen, Ihm zu vertrauen, dass ER alles richtig macht, was ich selbst niemals für mich machen könnte, in Geduld auf Seine Zeit zu warten und Seinen Willen zu akzeptieren. Übrigens habe ich in einem Lexikon gefunden, dass der Begriff „akzeptieren“ mehr bedeutet als „annehmen oder (ein Urteil) hinnehmen“, sondern als ein „Akzept“ die Bewertung „für gut befinden“ beinhaltet, d.h. voller positiver Freude, Kraft und Hoffnung ist, auf die Liebe Gottes Tag für Tag zu warten. Sie kommt bestimmt.

    Lasst uns den Herrn preisen und loben!

 M.

Eine Reise der Hoffnung

    Ich wuchs in einer ziemlich ärmlichen Gegend einer Großstadt auf. Meine Mutter war Alkoholikerin und den ganzen Tag unter Stoff. Mein Vater musste nachts arbeiten und brachte uns gerade so über die Runden. Keine glückliche Familie! Um uns herum herrschte viel Kriminalität und Gewalt. Von frühester Jugend an bemerkte ich, dass mein Leben irgend wie nicht normal und ich anders war als die anderen Kinder. Es gelang mir, mich so gut wie möglich durch die Schule zu mogeln und hatte eine für mich angenehme Zeit des Erwachsenwerdens: Haschisch, Alkohol und Partys.

    Dann fand ich meine Mutter tot in der Badewanne, ich war 18. Dieses betrübte mich zusehends und mein Leben glitt immer tiefer abwärts. Mehr Alkohol, noch mehr und härtere Drogen wie LSD gehörten zu meinem Tagesprogramm. Es folgten mehrere Zusammenbrüche und ich verbrachte einige Wochen in einer psychiatrischen Anstalt. Als ich wieder heraus kam, glaubte ich, dass ich nun alles im Griff hätte und zog mich mehr und mehr zurück. 

    Ich begann wieder zu Trinken und wurde zu einer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker geleitet. Während der nächsten 18 Monate trank ich keinen Tropfen, fing aber wieder an, Hasch zu rauchen. Mit 21 war ich hoffnungslos von dem Stoff abhängig. Mein Nachbar, ein junger Christ, der intensiv für mich gebetet hatte, nahm mich mit zu seiner Gemeinde. Dort fühlte ich mich aber von den meisten Mitgliedern isoliert und ich kämpfte mit meinen Problemen im Geheimen. Ich hatte Scham und Angst, über meine Sucht zu sprechen und dass die anderen „normalen Brüder und Schwestern in Christus” mich nicht verstehen könnten.

    Mein Drogenkonsum war nun außer Kontrolle geraten, meine Frau hatte meine geheimen Verstecke gefunden und mir ein letztes Ultimatum gestellt! Ich wusste, dass ich damit aufhören musste, sonst hätte ich alles verloren, meine Frau, unser Haus und letztlich noch mich selbst. Kurz vor Weihnachten erzählte mein Freund mir von einer christlichen Selbsthilfegruppe in unserer Nähe, in der abhängige Betroffene und deren Angehörige sich einmal in der Woche treffen, um über ihre Probleme zu sprechen: Overcomers Outreach. Drei Tage später saß ich in dem Meeting und wusste sofort, dass ich am rechten Platz zur rechten Zeit angekommen war.

    Die rigorose Ehrlichkeit und das total offene Verhalten dieser Menschen beeindruckten mich zutiefst. Da spürte ich die Kraft und Vollmacht Gottes! Ich traf an jenem Tag die Entscheidung, mein Leben und meinen Willen in die Obhut meines Herrn Jesus Christus zu übergeben und kapitulierte vor meinen diversen Abhängigkeiten, indem ich die Schritte 1 bis 3 laut vor meinen neuen Freunden in der Gegenwart Gottes vollzog. Es war wie eine Befreiung von einer tonnenschweren Last!

    Schritt für Schritt und Tag für Tag lebe ich nun ohne Alkohol und Drogen. Das Leben geht auf und ab, aber ich lerne, besser damit umzugehen, indem ich die 12 Schritte täglich in meinem Leben anzuwenden versuche und mich in die Gemeinschaft von O.O. einfach fallen lasse, wenn ich nicht mehr weiter kann. Jetzt habe ich mit einigen Freunden aus der Gemeinde eine hiesige Gruppe gegründet. Das Leben hat wieder einen Sinn für mich bekommen und die Reise in der Gemeinschaft von Overcomers Outreach ist mehr als ein simples Existieren: es ist das echte Leben, das Jesus Christus mir neu geschenkt hat.

 R.

 Gott besiegte meine Angst

    Ich weiß nicht, wie ich meine Kindheit einschätzen soll, ich weiß nur, dass ich immer Probleme hatte mit allen anderen Menschen und Situationen und dass mein Leben ständig von Ängsten und Unsicherheit gekennzeichnet war. Ich versuchte, Sicherheit in meinen Beziehungen zu finden, aber meine Minderwertigkeitsgefühle machten alles kaputt.

    Ich entwickelte eine Doppelrolle für meine Person, mein echtes Inneres zu verbergen und nach Außen hin unabhängig und anziehend zu wirken. Drogen und Alkohol halfen mir, mich total entspannt und cool zu fühlen, aber in Wirklichkeit fühlte ich mich einsam und konnte niemandem vertrauen. Mit 30 war ich angekommen, hatte einen tollen Beruf, verdiente gutes Geld, besaß eine tolle Wohnung. Ich wusste, dass ich mich nur auf mich selbst verlassen konnte. Ich hatte mein Lebensziel erreicht – oder zumindest einen Teil davon, so dachte ich. Durch meinen Freund, der quasi zu meinem Lebensinventar und zur sozialen Bindung „gehörte“, geriet ich wieder tiefer in den Strudel der Drogen und des Alkohols und ich bemerkte, dass dieses alles schlimmer wurde und ich die Kontrolle über mein Leben verlor. Aber ich konnte mich von dieser Beziehung nicht lösen und die Abwärtsspirale brachte mich meinem Tiefpunkt näher.

    Eine christliche Freundin, die auch mit ähnlichen Problemen kämpfte, erzählte mir von einer 12–Schritte-Gruppe namens Overcomers Outreach. Ich glaubte, dass es einen Gott gibt, aber sicherlich würde Er sich nur mit perfekten Menschen beschäftigen wollen. Ich hielt die Bibel für ein antiquarisches Buch mit unrealistischen Gesetzen, die offen gesagt, aus der Mode gekommen waren. Ich glaubte, dass Jesus eine mystische Figur wäre und das Christen nur zum Glauben an Ihn gekommen waren, weil sie zu schwach sind und nicht für sich selbst Verantwortung tragen wollen. Ich habe - ehrlich gesagt – die Bibel nie gelesen, aber ich habe sie sofort und immer abgekanzelt.

    Meiner Freundin wegen ging ich mit zu diesen O.O. Meetings, las die Bibel zum ersten Mal in meinem Leben, konnte dann über das Wort Gottes und die Beziehung zu meinem Leben sprechen und entdeckte etwas Merkwürdiges: Ich wollte mehr über diesen Jesus und Seine Lehren wissen und mehr noch, ich wollte  Gottes bedingungslose, heilende Liebe und Jesu Vergebung in mir spüren. Und ich wusste in diesem Moment, dass mir durch Jesus Christus vergeben worden ist!

    Mein Leben veränderte sich. Ich trennte mich von meinem Partner, was uns beiden nicht sehr schwer fiel, aber ich betete für uns (und auch für seine Bekehrung). Ich besuche regelmäßig sonntags die Gottesdienste und dienstags unsere O.O. Meetings, lese täglich in der Bibel und freue mich über meine persönliche Beziehung zu Jesus, die jeden Tag intensiver und tiefer wird. Jesus ist für mich real geworden! Jesus hat mein Herz berührt und mein Leben und meine Gefühle zum Positiven verändert. Er hat die Vollmacht über mein Leben und mir die Angst genommen, die mich einst im Griff hatte.

    Jesus hat meine Beziehungen zu meinen Mitmenschen geheilt, indem Er mir Menschen zeigte, denen ich vertrauen konnte. So traf ich meinen heutigen Mann. Wir haben eine wunderhübsche Tochter geschenkt bekommen. Gottes Liebe hat unser Leben mit reichlich Segen erfüllt. Jesus zeigt mir, wie ich andere Menschen lieben kann, ohne Angst zu haben, verletzt zu werden. Er zeigt mir, wie ich mit ihnen besser umgehen kann, auch wenn keiner von uns perfekt ist, und meine zahlreichen Freunde in der Gemeinde und in Overcomers Outreach helfen mir dabei. So einfach und sicher ist mein Leben heute:

    Es liegt in Gottes Hand – Dank und Lob dem Herrn!

 J.

 Gott vollbrachte, was ich für mich nicht tun konnte

    1980 kam ich in die Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker. Welch eine Erleichterung, ich brauchte nicht mehr die Lasten von Schuld und Scham, der Angst, Verzweiflung und ständigen Selbstanklage alleine zu tragen, die eine solche Sucht in sich trägt. Ich liebte diese Gemeinschaft und meine neuen Freunde über alles, denn sie gaben mir Halt und eine Ausrichtung für meinen Lebensalltag. Ich fühlte mich angenommen, dass ich einfach dazugehörte zu „meiner Familie” und hatte große Hoffnungen für meine Zukunft. Ich erholte mich von meinen Trinkeskapaden sehr schnell und mein Leben wurde wieder erträglich und normal. Mein Mann und meine Kinder waren glücklich und zufrieden, das Vertrauensverhältnis zwischen uns schien sich langsam zu stabilisieren und ich fühlte mich einfach gut. Ich arbeitete im Programm – wie mir empfohlen wurde -  täglich an einem der 12 Schritte und es ging mit mir wirklich Schritt für Schritt Berg auf. 1984 nahm ich während einer Evangelisation Jesus Christus als meinen Herrn und Erretter an. Ich fühlte mich wie neugeboren und es war einfach ein wunderbares neues Leben.

    12 Jahre später begann ich, hin und wieder mal ein Gläschen zu trinken und nach 2 Jahren war ich wieder voll drauf – zurück in der Hölle des Alkohols! Nie hätte ich geglaubt, dass es mir passieren könnte. Ich ging doch regelmäßig in die Kirche, las in der Bibel, betete, sorgte umsichtig für meine Familie und war über alles so voller Stolz und Frömmigkeit – ein eiskalter Schock! Ich vermute, dass ich einen einfacheren, bequemeren Weg gehen wollte und das 12-Schritte–Programm vernachlässigte. Ich teilte meine Erfahrung, Kraft und Hoffnung nicht mehr mit den Menschen, die mich verstehen konnten, und gab nichts mehr von mir weiter. Ich erinnerte mich an den alten AA Spruch: „Du kannst es nur behalten, wenn du es weitergibst!“ Meine Familie war entsetzt über meinen Rückfall. Ich schämte mich zutiefst, am meisten vor meinen alten AA Freunden, die mich jedoch mit viel Liebe und großer Geduld aufnahmen, als wäre überhaupt nichts passiert. Aber all das half nichts. Nichts funktionierte mehr in meinem Kopf. Meine Familie betete für mich und sorgte für eine Therapie in einer Spezialklinik für Alkoholkranke. Aber aus Angst davor (?) betrank ich mich sinnlos, so dass meine Tochter den Notarzt holen und mich sofort ins Krankenhaus zur Entgiftung bringen musste.

    Ich war am Ende. Ich grämte mich, dass ich die Menschen, die ich am meisten liebte, so verletzend behandelte. Und ich glaubte, dass Gott mich so nicht mehr lieben könnte. Aber der Herr gab mir die Zeit und Ruhe, die ich brauchte, um über mich und mein Leben nachzudenken. Langsam gewann ich wieder Zutrauen zu mir, zu meinen Mitmenschen und zu Gott. Jesu heilende und fürsorgliche Kraft, Seine Vergebung und bedingungslose Liebe begannen zu wirken, Schritt für Schritt und Tag für Tag. Auch meine Familie konnte an meinem Heilungsprozess teilnehmen, so gewannen wir allmählich unseren Glauben, Frieden und Vertrauen in Gott und in unser Leben zurück. Welch ein Segen!

    Aber da war die Angst, was passieren würde, wenn ich die friedvolle Umgebung dieser Therapieeinrichtung wieder verlassen müsste. Gab es Freunde in den Gruppen von AA, mit denen ich auch meine Liebe zu Jesus Christus, die nun stärker als je zuvor war, teilen konnte? Ein Freund meines Bruders nahm mich 6 Monate später mit zu meinem ersten Meeting bei Overcomers Outreach, einer Christlichen 12-Schritte- Dienstgruppe. Nun hatte ich alles, was ich für meinen Genesungsweg brauchte, eine Gemeinschaft, in der ich offen und ehrlich über meine Sucht und meine Probleme sprechen konnte und der Name Jesus Christus nicht mit Skepsis und Argwohn bedacht oder gar mit Spott verhöhnt wurde.

    Mein Leben hat sich seitdem Tag für Tag zum Positiven gebessert. Ich habe gelernt, dem Herrn in allen meinen Angelegenheiten zu vertrauen und für mich in jedem Augenblick Verantwortung zu übernehmen. Beides scheint sich zu widersprechen. Ich muss aufpassen, dass in meinem Leben Gottes Wille geschieht. Ich bin machtlos – nicht nur über meine Alkoholabhängigkeit, sondern auch auf den Einfluss von anderen Menschen, Situationen und alles das, was in meinem Leben geschieht und ich nicht ändern kann. Leben und leben lassen! Loslassen und Gott überlassen.

    Das Gelassenheitsgebet ist für mich zu einem täglichen Wegweiser geworden, nämlich die Dinge verändern zu wollen, die ich ändern kann, die anderen Dinge in meinem Leben, die ich nicht ändern kann, zu akzeptieren und um Gottes Weisheit zu beten, um die richtige Erkenntnis meiner Gedanken und Handlungen geschenkt zu bekommen. 

    Die Erfahrungen meines Rückfalls haben mich zu einem neuen und stärkeren Menschen gemacht. In den O.O. Gruppen lerne ich täglich, wie ich Ihm dienen kann, d.h. etwas von dem göttlichen Geschenk zurückgeben zu dürfen, was ich kostenlos und unverdient bekommen habe. Ich möchte hiermit so vielen Menschen Dank sagen – und meinen Herrn und Erretter loben, preisen und danken. Ich möchte heute mein Leben so führen, dass es Ihm gefällt. Dazu brauche ich die Hilfe der Menschen um mich herum und meine tägliche Anbetung zu Gott, denn:

„Gott vollbrachte das Wunder in meinem Leben,

 das ich niemals selbst hätte tun können!“

 G

Gottes Antwort auf meine Gebete

    Seit ich 15 war, erinnere ich mich, dass ich mit Ängstlichkeit, Depressionen und zwanghaften Verhaltensweisen zu kämpfen hatte. Ich begann meine unendliche Reise mit ungezählten Besuchen bei verschiedensten Ärzten, Psychiatern, Psychologen und vielen anderen Hilfsinstitutionen. Seit dieser Zeit befand ich mich (ohne es zu wissen!)in einer ewigen Spirale von Suchtmitteln angefangen von Beruhigungspillen, über Anti-Depressiva bis zum Alkohol, der die einzig wirksame Lösung schien, mit meinem Sorge vollen Leben klar zu kommen. Ich schluckte immer mehr Pillen und Pillen ohne erkennen zu können, dass ich bereits von ihnen abhängig war. Meine Ärzte haben das auch nicht erkannt. Ich brauchte immer mehr davon. Darauf folgten diverse stationäre Therapien und Krankenhausaufenthalte, die Teilnahme an verschiedenen Therapie- und Selbsthilfegruppen, aber nichts half.

    1981 nahm ich Jesus Christus als meinen Herrn und Retter an und mit Gottes Hilfe versuchte ich, mich langsam aus diesen Süchten und Abhängigkeiten auszuschleichen, konnte aber niemals vollständig und endgültig damit aufhören. Ich las viele Bücher über Sucht und Suchttherapien und wollte einen letzten Entzug wagen, um damit Schluss zu machen. Aber das war die Hölle! Ich erlebte fürchterliche körperliche und seelische Zusammenbrüche und musste mir von meinem Arzt wieder eine neue Medikation verordnen lassen. Ich war natürlich enttäuscht und fühlte mich von Gott verlassen. Ich betete und suchte fieberhaft und verzweifelt nach alt bekannten und neuen Hilfeangeboten, um endlich von diesem Stoff loszukommen: Therapiegruppen, Psychiater, Psychologen, Gebete mit Gemeinde- freunden und in christlichen Hauskreisen und alles begann wieder von vorne. Mein Geistes- und Gefühlsleben waren wie auf einer Achterbahn und im Kettenkarussell zugleich. Ich war frustriert und verärgert auf Gott und die Welt, auf die Ärzte und all die Spezialisten und Fachleute, die angebliche Lösungen parat hatten, aber nichts funktionierte!

    Dann entdeckte ich bei einem Arztbesuch eine Broschüre von einer christlichen Gemeinschaft, die sich anscheinend mit meinen Problemen auskannten: Overcomers Outreach. Aber ich blieb skeptisch und vorsichtig. Es gab ein kleines Arbeitsbuch zu kaufen mit dem Titel FREED - was soviel wie Freiheit bedeutet. Das las ich zunächst einmal in aller Ruhe durch bevor ich näheren Kontakt mit einer O.O. Gruppe aufnahm. Aber ich fühlte mich vom ersten Augenblick an wie in einer großen Familie, von den neuen Freunden sofort angenommen mit meinem zerbrochenen Wesen und meinen unendlichen Fehlern und Schwächen, und gelacht haben wir, es wurde (zu meinem Erstaunen) viel gelacht, aber auch geweint. Meine große Skepsis und der tiefsitzende Zweifel wegen meiner so lang ersehnten Genesung begannen dahin zu schmelzen.

    Als wir den ersten Schritt aus dem Buch vorlasen und gemeinsam reihum jeder dazu etwas aus seinem Leben erzählte, fühlte ich, dass Gottes Geist bei uns gegenwärtig war und dieses Gefühl des Friedens und der Freiheit hat mich bis heute nicht verlassen.

    Die ersten Schritte, dass ICH meinen Problemen gegenüber MACHTLOS bin (Schritt 1), haben in mir so viel Kraft und Hoffnung freigesetzt, dass ich diese Dinge allesamt Gott anvertrauen kann (Schritt 2) und ich nicht mehr länger kämpfen muss, dass ich in mir eine solche Erleichterung, nein besser Riesenfreude und immense Befreiung verspürte, die einfach unbeschreiblich sind. Alle Ärzte und Fachleute haben mir immer wieder gesagt, dass ich mein Problem selbst lösen muss. Die erniedrigenden Gefühle, immer wieder zu versagen, die Gedanken, dass ich wohl nicht mehr „alle Tassen im Schrank“ habe, machten mich voller Scham und Schuld kränker und kränker und zogen mich nur noch tiefer hinab. Aber damit war jetzt Schluss! Ich übergab mein Leben und meinen Willen an Jesus Christus im 3. Schritt des Programms: Ich kann nicht – Gott kann – Ich überlasse es Ihm!

    Langsam schreite ich im Programm voran und ich beginne zu erahnen, dass ich nun mein Leben aus dem Blickwinkel Gottes betrachte. Meine eigene Vergangenheit, die mir so verabscheuenswürdig und schamvoll vorkam, erscheint auf einmal in einem ganz anderen Licht wie eine spannende Reise in meine frühen Jahre der Kindheit, Jugend und des Erwachsenwerdens. Ich sehe heute einen stetigen Reifeprozess in mir, in dem noch vieles im Argen liegt, aber schon einiges erneuert und verschönert wurde. Ich fange an, mich und mein Leben zu lieben -  so wie Gott es tut. Und ich versuche, die Menschen zu lieben – so wie Gott es tut. Schwierigkeiten in den Beziehungen werfen mich nicht mehr um oder kränken oder verletzen mich nicht mehr so, denn ich weiß, der keiner perfekt ist, auch ich nicht. Irgend jemand hat einmal gesagt, du sollst dein Leben wie einen „leichten Überhang“ tragen, dich nicht so ernst nehmen. Wenn ich also heute rückwärts schaue, dann kann ich behaupten, dass meine Gebete von Gott erhört wurden.

    Ich versuche, Gottes Antwort für mich an andere Menschen, die heute noch so leiden, wie ich einst gelitten habe, weiterzugeben.

    Es gibt eine Lösung: Jesus Christus.

    Vielleicht findest du Ihn in einer der Gruppen von Overcomers Outreach ...

    L.

 

Vor GOTT gänzlich kapitulieren - Schritt für Schritt und einem Tag nach dem anderen...

    Der 27. September ist jedes Jahr ein ganz besonderer Tag für mein Leben --- der Geburtstag meines „Neuen Lebens“, an dem ich mein altes egoistisches, mit Alkohol, zwanghaften Süchten und  anderen menschlichen Abhängigkeiten getriebenes Dasein loslassen und es einfach GOTT übergeben konnte mit allen Sachen, die ich hatte, schlechte wie gute und GOTT mich so annahm wie ich war: Nur aus Seiner Gnade und Seiner bedingungslosen, unendlichen Liebe, die mir der himmlische Vater in Seinem Sohn Jesus Christus schenkte und die ich keinesfalls verdiente. Wow, begreifen kann ich dieses wahrhaftige „Geschenk zum Leben“ auch heute nach fast zwanzig Jahren immer noch nicht!

    Aber fangen wir von vorn an: Heute weiß ich, dass meine innere Krankheit nicht mit dem ersten Schluck Alkohol begann, sondern viel früher, im Prinzip immer in mir war, als ein Ausdruck meiner persönlichen „Strukturschwäche“ wie ich mit Unsicherheit und Ängsten auf Probleme und Beziehungen zu anderen Menschen reagierte, nämlich dass ich eine „Krücke“ brauchte,  um schwierige Lebenssituationen zu überwinden. Ohne ein eigenes Selbstwertgefühl aufbauen zu können, suchte und fand ich dieses im Alkohol und meine Persönlichkeitsentwicklung war stets der Versuch einer billigen Kopie eines anderen, von mir bewunderten Menschen. Natürlich geschahen diese menschlichen Entwicklungsprozesse oder besser gesagt Deformationen in meinem Unterbewusstsein wie so Vieles, dass wir nicht wirklich wahrnehmen, solange wir nicht wissen, WER ich wirklich bin und wozu ich auf dieser Erde bin. Diesen versäumten Reifungsprozess darf ich jetzt nachholen, aber in meinem „alten Leben“ glaubte ich stets auf der Überholspur zu fahren, ohne meine Droge funktionierte ich aber nicht --- Jahre später dann mit Droge auch nicht mehr!

    Für mich war diese Krücke zum „Leben leben“ der Alkohol, andere betroffene Freunde haben eine andere Achillesverse. Und dann schmeckte mir dieser Stoff auch noch so gut, dass Alkohol zu meiner großen Liebe wurde. Ich könnte hier die verschiedensten feinsten Pils- und Weinsorten benennen, viele berühmte Markennamen internationaler Spirituosen, die ich im Laufe meines Lebens genossen habe, ohne zu merken, dass ich wie bei einer schleichenden Krankheit immer mehr davon abhängig wurde. Das ist das Fatale an diesen Suchtkrankheiten, du merkst ihre Gefahr nicht, erst dann, wenn sie dich in ihrem Bann gefangen genommen haben und du keine Chance mehr hast, zu entkommen. Egal wie viel Kraft, Energie und Anstrengungen du auch unternimmst, du schaffst es nicht allein da rauszukommen!  Wer das glaubt, belügt sich selbst – und Gott und Andere dazu! 

    Die letzten 10 Jahre meines Suchtlebens habe ich wirklich ALLES versucht, um dieses Problem in den Griff zu bekommen, alle Tricks, die ich im Laufe von gut 30 Jahren mit Alkohol gelernt hatte, halfen nicht mehr, aus eigener Kraft konnte ich meinem Schicksal nicht mehr entrinnen. Solange ich meinen Freund, König Alkohol, nicht vollends loslassen wollte, war ich verloren. Trinkpausen von bis zu einem Jahr hatte ich spielend geschafft, um dann wieder abzustürzen. Zwei Aufenthalte im Krankenhaus mit Magen- und Speiseröhren-Blutungen, die zu 60% tödlich enden können, habe ich überlebt, aber nichts daraus gelernt. Immer noch dieses „kranke Denken“, ich werde jetzt noch besser aufpassen, weniger trinken, den Alkohol beherrschen!

    In den AA-Gruppen gibt es immer ein höllisches Gejohle, wenn Freunde ihre Geschichte erzählen, wie sie den Alkohol beherrschen wollten, worüber sie längst die Macht der Selbstkontrolle verloren hatten und unter keinen Umständen (obwohl fast alle dem Tod ins Auge gesehen haben!) diese Tatsache begreifen wollten. In den AA Meetings erzählen sie dann immer: „Wenn du als Kind einmal deine Hand auf eine glühende Herdplatte gelegt hast, lässt du in Zukunft die Finger davon – nicht aber ein Alki, der langt immer wieder zu, manchmal sogar bis zum bitteren Ende .....! Das ist die echte Schizophrenie der Suchtkrankheiten, die ein Kranker erst begreift, wenn er/sie nüchtern bzw. einen neuen Geist bekommen haben. Alkoholiker sind wie ein Eisberg, du siehst nur die Spitze des ganzen Ausmaßes, der riesige Problemkomplex liegt im Verborgenen. Zum Schluss war mein Geist und meine Seele mit Verleugnung, Hochmut, Hass, Stolz, Bitterkeit, Eifersucht, Groll, Scham- und Schuldgefühlen, Rach- und Selbstsucht u.v.a.m. voll gefüllt und mit Alkohol --- die Welt war an all meinen Problemen Schuld, ich war unschuldig! So erlebe ich heute meine langjährige Krankheitsgeschichte:  Ein Blinder kann nun mal nicht sehen – erst als meine Augen von einer mir unbekannten “Höheren Macht” geöffnet wurden, da konnte ich mich und mein Leben erkennen, wie es wirklich geworden war, welche persönlichen Lebensträume ich endgültig begraben musste und wie Gott es einmal geplant hatte. Erst waren diese Eindrücke und Bilder sehr verschwommen, dann mit jedem Tag und jedem Schritt immer etwas klarer und deutlicher bis heute und ich weiß, dass ich noch etliche Tage benötigen werde – so viele wie Gott mir aus Gnade schenkt und mir auf meiner „12-Schritte-Pilgerreise“ dabei kräftig hilft.

    Aber zu aller erst musste ich kapitulieren:  Ich konnte einfach nicht mehr! Aus eigener Kraft schaffe ich es nicht! ICH BIN AM ENDE! Ohne diesen riesigen Schritt, ALLES auf eine unbekannte Karte zu setzen, geht es nicht!  Diese Höhere Macht war für mich erst einmal in den AA Gruppen zu finden. Heute glaube ich fest, dass eine weitaus höhere Macht mich dahin dirigiert hat, aber damals konnte ich das nicht erkennen. Und das war auch in Ordnung, denn bei den Anonymen Alkoholikern fand ich wieder HOFFNUNG, das Wichtigste, was Suchtkranke zunächst brauchen. Und menschliche LIEBE, ebenso wichtig, auch wenn diese nur aus der göttlichen Liebe gespeist werden kann. Auch das habe ich erst später begreifen können. Und wichtige Erfahrungen von langjährig Betroffenen, die ihren Genesungsweg vor mir begonnen haben, wie das mit dem Alkohol und dem sog. „Kontrollverlust“ ist und viele andere ganz wichtige praktische Tipps wie ich in meinem Leben ohne Alkohol umgehen kann. Körperlich, geistig und seelisch konnte ich in den AA Gruppen relativ schnell genesen. Ich und meine heutige Frau, die mich durch ihre AlAnon Besuche beharrlich zu AA hingeschubst hat, haben viele AA Meetings besucht, meine AA Rallye wie ich heute noch sage, hat uns viel Erfahrung, Kraft und Hoffnung gebracht. „Lüfte deinen A... an und tu was!“ heisst es in den Meetings und diesen guten Rat haben wir wie viele andere befolgt --- und die alten AA Freunde hatten Recht. „Nur wer am Ball bleibt, gehört zu den Gewinnern!“ und wir hoffen, dass wir noch viele neue wie alte Freunde treffen können. Viele Neulinge klammern sich so sehr an detaillierten Programm-Bestandteilen und einer exakten Auslegung deren Formulierungen fest wie an einer mathematischen Formel – aber viel wichtiger sind die mannigfalten persönlichen Erfahrungen, die ich im Laufe meines Genesungswegs erlernen durfte – dazu bedarf es meiner Hilfe bedürftiger Menschen, auf die ich zugehen muss und die ich kennen lernen und denen ich meine Erfahrungen, gute wie schlechte, im 12. Schritt weitergeben darf (siehe Matthäus 28, 18-20). Ein Gewässer braucht zum Überleben starke Zuflüsse, aber ebenso entsprechende Abflüsse, um das biologische Gleichgewicht für alle lebenswichtigen Pflanzen- und Fisch - Arten bewahren zu können (siehe Totes Meer: ohne Abfluss ist es tot!). Ohne die wichtige Arbeit im 12. Schritt wird jede/r Genesende in kurzer Zeit zu einer unfruchtbaren Persönlichkeit ohne Wachstum, die wieder schnell in Selbstsucht, Krankheit und Depression zurückfallen kann! Jakobus bekräftigte „Glaube ohne Taten (der Liebe) ist sinnlos!“ (Jak. 2, 21) – ein einfaches Prinzip: „Hilf deinem Nächsten und es wird dir geholfen!“ Der 12. Schritt ist ein weiterer Knackpunkt im Programm, an dem besonders viele christliche Freunde scheitern, weil sie sich nicht überwinden können, die „gute Nachricht“ an noch leidende Geschwister weiterzugeben und selbst aktiv zu werden, neue C12- Hauskreise und Gruppen ins Leben zu rufen --- nur mit Gottes Hilfe!

    Wir Betroffenen haben alle ein mehr oder weniger gravierendes Persönlichkeitsproblem. Im Umgang mit anderen Mit-Betroffenen lösen sich unsere spezifischen Krankheitsstrukturen langsam auf und wir beginnen in diesem Programm zu wachsen – zu unserer Höheren Macht, die uns während unserer Reise begleitet: Für uns ist das keine andere Person als Jesus Christus.  Leider bleiben viele kranke Menschen hier stehen, sie werden trocken, nüchtern und clean, aber sie lassen ihren Geist nicht vollkommen erneuern. Um ein „Neuer Mensch“ werden zu können, muss ich bereit und willig werden, mich zu 100,00 Prozent hinzugeben (Schritt 1) und mein ganzes Leben zu 100,00 % an Jesus Christus als meinen Herrn und Erlöser zu übergeben (Schritt 2 und 3). Meinen Willen zu übergeben ist keine Leerformel, so wie ”ich leih dir das mal eben...“. Schritt 3 ist ein beglaubigter Verkaufsvertrag (ohne Stornierungsklauseln!). Natürlich ist auch Schritt 3 ein Prozess, der heute mit meiner Entscheidung, Ja zu Jesus zu sagen, beginnt und jeden Tag erneuert wird, um mich Tag für Tag einen Schritt hin weiter zu Ihm voran zu bringen. Das sind die wahren Knackpunkte im 12 Schritte–Programm. Erst dann können die wirklichen Veränderungen deines Lebens mit Hilfe der Schritte 4 bis 12 beginnen. 

    Ohne die „Jesus-Power“ ist das 12-Schritte-Programm bildlich gesehen wie die Reparatur eines alten Gebrauchtwagens, er läuft wieder besser, klappert aber noch hier und da und ist und bleibt ein altes Gefährt. Jesus dagegen nimmt deine ganze Person, deinen Geist, Seele und Körper total auseinander, zerlegt dich in deine Einzelbestandteile, erneuert diese gänzlich und setzt dann alles wieder zusammen, so dass eine „neue Kreatur“ entsteht --- ein wahrhaftig langsamer und mühsamer Prozess, der unsere Mithilfe erfordert, nämlich viel Zeit, Arbeit, Energie und Kraft zur persönlichen Überwindung kostet! Aber es lohnt sich wirklich!  Viele Freunde aus aller Welt unseres Programms von Overcomers Outreach und C12undC12 können das bestätigen! Diese Entscheidung für Jesus Christus und das von Ihm inspirierte 12-Schritte-Programm war und ist meine beste Investition, die ich je in meinem ganzen Leben gemacht habe!

    Neue Freunde, die von Gott distanziert leben oder Ihn nicht kennen (wollen) fragen meistens, „Wie seid ihr denn zu dieser „Gnade“ gekommen?“ Taufe und Konfirmation gehörten für uns wie in der heutigen Zeit auch zum normalen “kulturellen Standard”. Ebenso wie die Kirche (katholisch wie evangelisch). Wir sind beide nicht religiös erzogen und haben uns nach  dem seiner Zeit üblichen strengen Religionsunterricht von diesem „Gott einer gesetzmäßigen Religion“ verabschiedet, weil wir nie eine persönliche Beziehung zu Ihm hatten oder nicht wussten, wie das geht oder dieses vielleicht damals auch gar nicht wollten? In der Bibel steht: „Sie sehen, aber sie sind blind; sie hören, aber sie sind taub...!“ (siehe Jesaja 6, 9-10 u. Matthäus 13, 15) - so war unser früheres Leben bis zum 52. Lebensjahr! Das hinter all diesen langwierigen und komplizierten Lebenswegen Gottes liebende Hand zu erkennen ist, bemerkst du erst, wenn du und dein Herz vom Geist Gottes berührt worden sind, der deine Augen und Ohren öffnet, wenn du vor Ihm kapitulierst und dein Leben und deinen Willen Jesus Christus übergibst (Schritte 1 bis 3)! Gottes Liebe und Errettung in der Person Jesu Christi ist das Zentrum des Evangeliums – nicht Seine Gesetze! Leider verwechseln heute noch die meisten Menschen die o.g. gesetzmäßige Religion mit einem lebendigen Glauben an unseren lebendigen HERRN!

    Um es kurz zu machen:  Dank der Gruppen von AA bin ich trocken geworden und habe für mein zerbrochenes und hoffnungsloses Leben neue Kraft, Hoffnung, Mut und Zuversicht gefunden. Dafür bin ich zutiefst dankbar und werde auch stets mit der Gemeinschaft von AA und mit meinen AA Freunden verbunden bleiben. Mit der von Gott geführten Hinwendung zu den christlichen 12-Schritte-Programmen von O O und C12undC12 bin ich als genesender Mensch auf allen Baustellen meiner persönlichen Pilgerreise unterwegs, jedoch (fast) ohne jegliche Ängste und Sorgen vor Menschen, Situationen, auch nicht vor dem Tod, befreit von meinen wichtigsten Süchten wie meine Selbstsucht inkl. Alkohol! Mit Gottes Geist des Friedens, Gottes Liebe und Seiner Weisheit erfüllt darf ich zufrieden und gelassen in die Zukunft blicken --- immer einen Schritt und einen Tag nach dem anderen ... nicht mein Wille, sondern Gottes Wille soll in meinem „Neuen Leben“ geschehen!  Ich bin sicherlich noch nicht so, wie Gott mich einmal haben möchte, aber längst nicht mehr der, der ich einmal war! Mein Lob, Preis und Dank gilt dafür nur meinem Herrn und Erretter Jesus Christus! 

    Gottes 12-Schritte-Programm möge euch segnen und euch Freiheit, Liebe, Barmherzigkeit, Vergebung, Versöhnung, Frieden, Gelassenheit und Gottes Gnade im Namen Jesu schenken - immer nur einen Tag und einen Schritt nach dem anderen ...

R.

 

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