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Wie es begann

Die Geschichte von Overcomers Outreach ist - wie die vieler christlicher Gemeinschaften - eine Legende der geistlichen Erweckung, des gegenseitigen Teilens und der Weitergabe von Erfahrung, Kraft und Hoffnung. Geboren aus tiefster Not und Verzweiflung erkennen Menschen - ähnlich der Geschichte des verlorenen Sohns in der Bibel - dass sie nicht nur Befreiung und Erleichterung erfahren, wenn sie endlich vor Gott kapitulieren und sich einander mitteilen und füreinander beten, sondern auch übernatürliche Kraft und Hoffnung für ein „Neues Leben” geschenkt bekommen. Und es ist eine Geschichte von Wundern, die mit Bob und Pauline B. 1985 in Süd-Kalifornien begann, als sie ihre erste offizielle Dienstgruppe von O.O. gründeten. Die Einzelheiten dieser lesenswerten Erfolgsstory im Dienst für Jesus Christus sind ausführlich in dem Buch “A Bridge to Recovery”, dem „Big Book” von O.O., dargelegt. Bis heute sind aus dieser Urzelle etwa 1.000 Gruppen in den USA gewachsen. Im Jahre 1993 kam die Botschaft durch eine Freundin nach London, die in den USA zu Besuch war und O.O. dort kennen lernte. 1999 formierten sich die einzelnen zerstreuten Gruppen zu einer europäischen Intergruppe. Englische AA Freunde brachten das Programm nach Deutschland und es entstanden das erste deutschsprachige FREED Handbuch und die ersten Gruppen. Wir beten und hoffen, dass Menschen, die heute noch leiden, diese einfache und heilende Botschaft der Hoffnung und Befreiung durch Jesus Christus annehmen können und an Andere weitergeben werden, so wie sie uns frank und frei geschenkt wurde:       

Von Bob und Pauline bis heute

Die Legende von Overcomers Outreach ist mit der Biographie von Bob und Pauline B. verknüpft, die beide tief religiösen Familien entstammten und viele Jahre lang versuchten, nach Außen hin mit ihren drei Kindern eine Art „christliche Modellfamilie“ darzustellen, während in Wirklichkeit ihr Leben von zerrütteten Familienverhältnissen, von Alkohol, Tabletten und damit einhergehenden Co-Abhängigkeiten gekennzeichnet war.

Bob wuchs in einer christlichen Familie auf, seine Mutter war Missionarin auf Kuba. Mit 12 bekannte er sich zu seinem Retter und Herrn Jesus Christus und wollte Pastor oder Missionar für Jesus werden. Pauline erlebte eine streng christliche Erziehung seitens ihrer Mutter, sie nahm Jesus im Alter von 8 Jahren an. Sie sagt, dass diese starke Bindung sie ihr ganzes Leben durch getragen hat. Bob und Pauline trafen sich auf einem christlichen College in Süd-Kalifornien. Sie heirateten. Bob wollte in L.A. Theologie studieren, kam aber dort nicht zurecht. Er versuchte es noch einmal in seiner alten Heimat in South Carolina, aber auch das schlug fehl. Er hängte das Theologiestudium an den Nagel, ging in die Industrie und erlebte einen schnellen Karriereaufstieg.

Während Bob als Vertriebsexperte von Erfolg zu Erfolg kletterte, versuchte Pauline, die Familie zu „managen“. Bob war abends geschäftlich viel mit Kunden unterwegs oder brachte diese mit nach Hause – wie es in den USA sehr üblich ist. Natürlich wurde auch viel gefeiert und der Alkohol wurde als ein Bestandteil ihres neuen „freien Lebens“ gesehen – keinesfalls eine Bedrohung oder Gefahr der Familie. Im Gegenteil beflügelten die vielen Gesellschaften und Partys Bobs Karriere und Paulines Ansehen als Managergattin und perfekter Gastgeberin. Sie genoss die Rolle, alles im Griff zu haben, ihre Kinder, Familie, ihr Gastgeberimage. Bob war nun der gefragte Manager, der Partylöwe, der alles (auch den Alkohol) im Griff zu haben schien und die Karriereleiter hinauf kletterte. Jeden Sonntag gingen sie alle in die Kirche, sie galten als die „perfekte Familie“, die wirklich beneidenswert erschien.

Doch allmählich kamen Probleme an das Licht der Wahrheit.  Bob hatte beinahe einen Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss. Er beginnt, sein Alkoholproblem zu erahnen, sucht Hilfe bei seinem Seelsorger, doch der sieht nur die geistlich-seelische Krankheit, nicht die bereits fortgeschrittene körperliche Abhängigkeit. Bibel lesen und beten helfen ihm nicht. In der Gemeinde ist die Familie ein beliebtes Mitglied, sie werden geschätzt; Bob für seine fachlichen Hilfen und Kenntnisse, Pauline für ihre aufopfernde Hilfe. Wenn irgend welche Probleme anstehen, Pauline „managt alles!“ Sie hatte sich zwischenzeitlich (ohne es wahrzunehmen oder sich einzugestehen) an das Valium gewöhnt.  Zuerst brauchte sie es nur, um gewisse Stresssituationen zu bewältigen, dann immer mehr, dann täglich. Dazu trank sie abends auch einige Gläschen Alkohol, wenn Besuch da war. Die Mischung von Valium und Alkohol ist auch in kleiner Dosis ein tödliches Mittel – weder ihr Arzt noch andere Therapeuten haben sie davor gewarnt. Es folgen unendliche Therapiesitzungen und Eheberatungen. Alles bleibt erfolglos. Wenn sie in dem Auto sonntags zur Kirche fahren, geraten sie zumeist heftig in Streit und gegenseitige Beschuldigungen, aber wenn sie den Parkplatz erreichen, ist schlagartig Ruhe, alle setzen ihr schönstes Lächeln auf und die „christliche Familie“ ist wieder perfekt.

Doch dann kam der Wendepunkt. Kurz bevor es zur Trennung kommt, vertraut sich Pauline einer Gebetsfreundin an und spricht mit ihr offen über alles. Diese kennt eine Familie mit ähnlichen Problemen und so kommt Pauline schließlich zu Al-Anon, den Angehörigengruppen der Anonymen Alkoholiker.  Dort lernt sie, dass nicht Bob ihr Problem ist, sondern dass SIE SELBST das Problem ist. Sie erkennt und erfährt im Laufe der Meetings ihre eigenen Süchte und Abhängigkeiten:  ihre Sucht, die Familie kontrollieren, Alles im Griff haben zu wollen, ihre Tablettensucht (Valium und andere Medikamente), ihre Co-Abhängigkeit, die Wahrheit zu verschleiern, die Dinge beschönigen zu wollen, ihr Drang nach Perfektion, Rechtfertigung und vieles anderes mehr. Sie hörte auf, Bob zu decken, wenn sie ihn bei seinem Chef krank meldete. Krank ja, aber vom Alkohol. Sie sagte ihm die Wahrheit. Dieser bestellte Bob am nächsten Tag zu sich. Bob rechnete mit dem Schlimmsten. Aber sein Chef kannte einen Arzt und Psychotherapeuten, der selbst von dieser Krankheit betroffen war. So kam Bob zu den 12-Schritte-Gruppen der Anonymen Alkoholiker.  Der Genesungsweg konnte beginnen. Ein langwieriger Prozess, immer nur einen Tag nach dem anderen – und ein kollektiver Prozess in der Gemeinschaft von Betroffenen, die ein ehrliches Verständnis, offene Erfahrungen, Ermutigung, die Wahrheit in Liebe und die Liebe in Wahrheit füreinander haben. Allein ist das nicht zu schaffen! Ohne Gott schon gar nicht. 

Beide lernten, dass sie ihren persönlichen Problemen gegenüber völlig machtlos waren, sie diese loslassen mussten, aber auf Gott vertrauen konnten, dass ER das kann, was sie nicht konnten, wenn sie ihren Willen und ihr Leben Ihm anvertrauen und übergeben. Und seit 1973 leben Bob und Pauline nun Tag für Tag in diesem Programm und wachsen Schritt für Schritt  zu Ihrem Retter und Herrn empor.

1977 beschlossen beide, diese für sie lebensrettende Botschaft auch an ihre Gemeinde weiterzugeben. Im Jahre 1985 fassten sie den Entschluss, ihre Berufe aufzugeben und ließen sich als Berater für Abhängigkeits- und Suchtprobleme ausbilden. Das erste Dienstbüro wurde in der Nähe von Los Angeles gegründet. Durch ihre zahlreichen Auftritte in Gemeinden, in Radio- und Fernsehstationen wurde die Botschaft von O.O. schnell verbreitet.

Das 12-Schritte-Programm ist in den USA sehr verbreitet und anerkannt, so gibt es ca. 60.000 AA und andere 12-Schritte-Gruppen und für jedes spezielle Sucht- oder Abhängigkeitsproblem ist fast überall eine entsprechende Gruppe in mittelbarer Nähe verfügbar.  Die AA und die anderen 12-Schritte-Gruppen haben in den USA durch ihre selbstlose Gemeinnützigkeit und die positiven Auswirkungen in der amerikanischen Gesellschaft ein sehr hohes Ansehen erreicht, z.B. werden Alkoholsünder im Strassenverkehr und andere Straftäter unter Alkoholeinfluss per Gerichtsbeschluss zur Teilnahme an AA Meetings zwangsverpflichtet. So ist O.O. in den USA als christliches Programm eine ideale Ergänzung zu den anderen 12-Schritte-Gemeinschaften geworden.

Später sind Bob und Pauline als Rentner mit ihrem Wohnmobil durch die USA unterwegs und besuchen ihre Kinder, Enkelkinder und ihre „O.O. Kinder“ in den über 1.000 Gruppen von Overcomers Outreach. Am 2. Weihnachtstag 2006 ist Bob nach einem wahrhaft mit Gnade, Glauben, Liebe und Frieden erfüllten Leben als treuer Diener zu seinem geliebten Herrn und Erretter Jesus Christus heimgegangen.

 

Als Bob und Pauline 1977 ihre erste O.O. Gruppe in ihrer Gemeinde gründeten, haben sie nie daran gedacht, dass diese Gemeinschaft einmal durch die ganzen Vereinigten Staaten von Amerika gehen,  geschweige denn die Ozeane überqueren würde. 1993 kam Jane, eine Schauspielerin aus London, nach Hollywood. Jane war Christin und Mitglied der Anonymen Alkoholiker. In einem Zeitungsinserat wurde sie in der Rubrik für Selbsthilfegruppen auf O.O. aufmerksam. Nach ihrem ersten O.O. Meeting war sie von diesem Programm so begeistert, dass sie Kontakt mit dem Zentralbüro aufnahm, sich das „O.O. Basis - Literaturpaket“ schicken ließ und mit einer kleinen Gruppe in ihrer Gemeinde begann. Danach entstanden in Großbritannien unabhängig voneinander mehrere Einzelgruppen, die jedoch kaum Kontakt untereinander hatten.

Im Jahre 1998 suchte in Süd-England eine Alkoholikerin und Christin, die gerade von einer Langzeit-Therapie zurückgekehrt war, nach einer christlich orientierten 12-Schritte Gemeinschaft. Ihr langjähriger Sponsor, Bob T., der eine weltweite AA Brief- und E-Mail-Gruppe betreute, gab in einem christlichen Magazin eine Anzeige auf. Ronnie B., der zwischenzeitlich mit der O.O. Gruppe in London bekannt gemacht wurde und eine eigene O.O. Gruppe in einem Londoner Vorort gegründet hatte, antwortete. So kamen letztlich alle bestehenden englischen O.O. Gruppen in Kontakt und sie trafen sich am 12. Juni 1999 zur Gründung der Intergruppe Europa.

Unter ihnen waren auch Rolf und Uta P., die Freunde von Bob T. waren und ihn bereits in England besucht hatten. Ebenso war Pzemek, ein polnischer Freund von Bob anwesend. So kam die Botschaft von Overcomers Outreach nach Deutschland und Polen. Rolf und Uta gründeten am 7. März  1999 die erste deutschsprachige O.O. Gruppe.  Ab April 2004 wird O.O. auch im Internet mit einer eigenen deutschsprachigen Homepage vertreten sein, um diese Botschaft in den deutschsprachigen Ländern zu verkünden. Im Jahre 2002 ist die erste spanische O.O. Gruppe entstanden, Schweden ist seit 2004 mit zwei Gruppen von Overcomers Outreach vertreten, in Frankreich und der Schweiz sind O.O. Gruppen derzeit in Gründung. So scheint die Saat der O.O. Botschaft sich langsam rund um die Welt zu verbreiten. 

Lasst uns Gott für Seine bedingungslose Liebe und unendliche Gnade preisen und danken, die ER uns durch Seinen Sohn Jesus Christus gewährt, um allen die Botschaft von Jesu befreiender Macht und Hoffnung zu schenken und wir beten, dass viele Menschen, die heute noch so leiden wie wir einst gelitten haben, diese lebensrettende Botschaft ergreifen und neue Gruppen gründen, um Anderen zu helfen:

Only by God’s Grace – Only for God’s Glory!

Nur durch Gottes Gnade – Nur zu Gottes Ruhm und Ehre!

Aus den O.O. Gruppen

 

Bob B., Mitbegründer Overcomers Outreach - USA

Billy Graham hatte mich gebeten, einen Artikel für das „Decision Magazin“  zu schreiben. Er erschien im Juli 1998 unter dem Titel „Alkoholismus - wenn harte Arbeit nichts bringt“. Ich konnte die Reaktionen, die ich erhielt, kaum fassen; die meisten waren wunderbar, andere jedoch Besorgnis erregend. Ich war von dem Brief einer Person aus dem Mittelwesten schockiert, nicht darüber, was er schrieb, weil ich genau diese Erfahrung bereits kannte. Wir hören sie überall in den Meetings von Overcomers Outreach. Dieser Mann hatte einen christlich orientierten Dienst für Alkoholiker und Süchtige gegründet, aber nur Reinfälle erlebt. Seine Versuche, Alkoholikern und anderen Süchtigen zu helfen, haben zu verbalen Angriffen und geistlichen Beschimpfungen von Gemeindemitgliedern geführt. Kirchenführer und Mitglieder drängten ihn, über seine Genesung zu schweigen, weil er „geheilt“ war und sagten: „Niemand will das hören ... und solchen Leuten zu dienen, ist eine schmutzige Arbeit.“

Das Unfassbare und Paradoxe an dieser Geschichte ist, dass gerade diese Gemeinde sowohl durch Gebete als auch durch Geldspenden für fremde Missionen sehr viel Unterstützung geleistet hat. Er fuhr fort: „Es scheint ihre Herzen zu erwärmen, von Menschen zu hören, die Gott über Tausende von Meilen hinweg dienen.“ Kirchenmitglieder können sich zurücklehnen und Mitgefühl mit denen in Übersee empfinden, aber kein Mitgefühl und keine Verantwortung für verletzte Menschen zeigen, die direkt unter ihnen weilen. Auch wenn es vielleicht dringender und angenehmer erscheint, Missionsdienste in fremden Ländern zu unterstützen, lasst uns nicht Gottes Herausforderungen hier vor unserer eigenen Haustür übersehen! Menschen, die sich jeden Sonntagmorgen in den Kirchenbänken drücken und voller Schmerz und Leiden sind, und einige von ihnen sterben durch ihre Sucht, weil Gedanken und Gefühle von Scham und Schande sie erdrücken und daran hindern, ihre Hand nach Hilfe auszustrecken. Ganze Familien, Freunde und Bekannte sind in dieses Unglück verstrickt und leiden mit ihnen.

Dieses bringt eine entscheidende Frage:

    „Warum schiessen einige Gemeinden auf die Verwundeten? Ist es nicht Aufgabe der Kirche, ein Hospital für Sünder zu sein und nicht eine Ruhestätte für Heilige?“

Warum weigern sich einige Gemeinden, endlich die Realität der in unserer heutigen Gesellschaft überproportional zunehmenden Krankheitsbilder zu erkennen und die Verleugnung von Süchten [Anm.: der Ursprung allen Übels] zu durchbrechen? Wir hören diese Geschichten immer wieder, besonders wenn ich und Pauline in die Kirchen gehen, um darüber zu sprechen. Die Leute hören unsere Genesungserfahrungen und kommen hinterher auf uns zu und fragen nach einem sicheren Platz, um ihre Leiden zu teilen, einen Ort, wo ihr Name nicht auf einer Gebetsliste erscheint, in einem Gemeindebrief oder sogar von der Kanzel verkündet wird.

Einige Kirchenführer fühlen sich mit ihrer Haltung gegenüber Süchten im Recht. Sie definieren sie nur als ein geistliches Problem oder „Sündenfall“, ohne auf die körperlichen, mentalen und emotionellen Komponenten einzugehen, die eine Person total zerstören, wenn sie die verhängnisvolle Linie in die Abhängigkeit überquert haben. Jesus ist gekommen, um die Verlorenen zu suchen und zu retten. Wir sollten um Seine Barmherzigkeit für die Leidenden beten, anstatt sie zu verurteilen und uns selbst daran erinnern, dass jeder von uns „ Nur durch Gottes Gnade bestehen kann!“

Die 12–Schritte-Programme haben ihre Wurzeln in der Bibel. Gott hat diese Hilfegruppen gesegnet, um die Süchtigen anzusprechen, weil die Kirchen den „Ball abgegeben haben“. Der HERR scheint für Alkoholiker und andere Süchtige einen besonderen Platz in Seinem Herzen zu haben. Diejenigen von uns, die total am Ende waren, haben in der Genesung gelernt, dass es völlig in Ordnung ist, machtlos zu sein, weil Jesus unsere einzig wahrhaftige Kraft ist.  Er hat uns FREI gesetzt durch Seine Macht und wir sind durch Seine Tat am Kreuz wirklich frei! Diejenigen von uns, die aus dieser Knechtschaft befreit wurden, sprühen vor Begeisterung, diese Botschaft der Genesung an diejenigen weiterzugeben, die noch still vor sich hin leiden - auch in den Gemeinden.

In unserer finstersten Stunde finden wir HOFFNUNG. Jesus bietet uns bedingungslose Liebe und vollkommene Akzeptanz, egal wie zerbrochen wir auch sind. Wir brauchen unser Leben nicht erst aufzuräumen. Er nimmt uns so an, wie wir sind. Das 12-Schritte-Programm heißt jeden mit offenen Armen willkommen, ohne Verurteilung oder Zurückweisung. Danke Gott, sonst wäre ich wahrscheinlich tot. Ich bin dem Decision Magazin dankbar dafür, das Thema Süchte und Kirche so realistisch beleuchtet zu haben. Viele Menschen identifizieren sich mit meiner Lebensgeschichte im Alkoholismus und finden Genesungsstätten wie Overcomers Outreach (O.O.) und andere 12-Schritte-Programme, wo sie Hilfe bekommen können und viele von uns endlich ihren von Gott geplanten Platz gefunden haben.

Betet mit uns, dass jene Gemeinden, die ihre Köpfe über diese Probleme noch im Sand verstecken, endlich die Tatsache anerkennen, dass unser Allmächtiger Gott  in Seinen Wundern und Werken ohne Grenzen ist. ER ist auf Seinem Weg geradezu in unsere eigene Gemeinde und die in der Nachbarschaft, um Hoffnung für die Hoffnungslosen anzubieten: Nur aus Gnade und durch die Macht von Jesus Christus.

Pauline B., Mitbegründerin Overcomers Outreach - USA

Niemals werde ich den Augenblick vor gut 25 Jahren vergessen - ein Ausdruck des Schocks und der Fassungslosigkeit - als ein „Overcomer“ zum ersten Mal in unserer Gruppe zugab, dass er ein „Sexsüchtiger“ sei. In den damaligen Tagen waren solche Bekenntnisse insbesondere in den Räumen einer Kirche ungewöhnlich. Alle Arten von bizarren Gedanken und Fragen rasten durch unsere Köpfe und zu der Zeit fühlten wir uns - ganz offen gesagt - ziemlich unangenehm betroffen von diesen Worten. Tatsächlich schwebten sie wie eine bedrohliche, dicke, schwarze Wolke über dem Raum.

    Jedoch hatte dieser Mann genug gelitten und gelernt, Gott und der Gruppe völlig zu vertrauen,      um seine Schmerzen rauszulassen.

Ohne Zweifel wurde er durch diesen mutigen und demütigen Schritt großartig belohnt. Auf seltsame Weise begannen wir, ihn mehr zu respektieren als je zuvor. Sein Eingeständnis der Wahrheit sich selbst betreffend  ebnete den Weg für Andere, die noch im Geheimen die gleichen Kämpfe in sich austrugen, um endlich auch die Hand nach Hilfe auszustrecken.

Als wir mit unserem ersten Overcomers Meeting 1977 begannen, war der Hauptzweck der Gruppe auf Christen gerichtet, die mit Alkohol- und Drogenabhängigkeiten kämpften. Nachdem die Dienststruktur von O.O. 1985 offiziell gegründet war und die Gruppen sich überall in unserem Land [USA] trafen, brachte ein Heer von anderen dominierenden Suchtarten wie Spiel-, Ess-, Kauf-, Sex- und Arbeitssucht Licht in den ehrlichen Prozess des miteinander Teilens in unsere O.O. Gruppen. Als direkte Teilhaber wurden wir mehr und mehr bereit und fähig, die Wahrheit zu teilen. Wir wurden vor allem barmherziger und akzeptierten die Schwächen und Probleme des Anderen – und entdeckten dadurch unsere eigenen immer mehr.

    Es brauchte nicht lange um zu erkennen, dass „wir alle nur so krank waren wie unsere Geheimnisse!“

Heute würde das Bekenntnis, das wir 25 Jahre zuvor hörten, nicht das leiseste Augenzwinkern in einem Overcomers Meeting hervorrufen, weil dieses Problem so alltäglich geworden ist. Ein ständig ansteigender Prozentsatz der Telefonanrufe bei unserem O.O. Dienstbüro kommt von Personen, die mit sexuellen Süchten kämpfen. Die verschiedensten Menschen in unseren Gruppen mit ihren speziellen Problemen, die an einem breiten Spektrum der unterschiedlichsten Genesungs- Prozesse täglich arbeiten, kamen zu dem festen Glauben: „Wenn wir unsere Sünden einander bekennen - gleich welcher Art sie sind - und alle füreinander beten, werden wir geheilt werden!  (Jakobus 5, 16)

Aber wir lernten auch, dass in unser heutigen lustorientierten Gesellschaft, dieses besondere Thema diverser sexueller Inhalte eine immer währende Herausforderung darstellt, eine wirkliche Tag-für-Tag-Arbeit, die Stunde um Stunde währt - wenn es je eine solche gibt oder gegeben hat, dann diese. Dank Gott gibt es die speziellen traditionellen 12-Schritte-Gruppen fast an jedem Ort [USA], die leidenden Menschen und ihren Familien die Hand zur Hilfe reichen, so wie Sexaholics Anonymous und S-Anon [Anonyme Sexualabhängige und Angehörigen- Gruppen].

Overcomers Outreach benutzen das Wort Gottes, um den Feind zu besiegen und um all seine Lügen und Tricks zu zerstören, die uns zu untergraben versuchen. Mehr als das, Jesus trifft uns da wo wir sind - ja auch in diesen intimsten Dingen - wenn wir Ihn einladen - und ER greift liebevoll in die Einsamkeit und Verzweiflung eines jeden von uns ein, der in dem Netz der sexuellen Süchte verstrickt ist.

Seine Wahrheit setzt uns wahrhaft endgültig  FREI !

Tom S., Pastor und Beirat  Overcomers Outreach - USA

Unser Genesungsweg ist wahrhaftig ein Prozess, kein einmaliges Ereignis! Während meiner Zeit  vor der Genesung wechselte ich die aktuellen Süchte und gebrauchte religiöse Praktiken, um meine Stimmung zu stimulieren und zu meditieren. Ich ging völlig an meinem eigentlichen Bedürfnis vorbei, meine Beziehung zu Christus zu vertiefen. Ich wechselte unbewusst die Süchte von der typisch negativen Form (wie Trinken, Lügen, Sex) zu mehr gesellschaftlich akzeptablen und sogar von der Kirche ermutigten zwanghaften Verhaltensarten (wie Dienen, Exerzieren geistlicher Disziplinen in einer süchtigen Art und Weise, Auswendiglernen von Schriften und sogar Arbeit). Glücklicherweise gehörte zwanghaftes Teilen des „Zehnten“ nicht zu meinen Charakterfehlern.

 Aber warte, da ist mehr!

Eine meiner verborgenen, zwanghaft geheimgehaltenen Verhaltensart war Fernsehen! Es war eine aufregende Zeit als das Kabelfernsehen geboren wurde und Kanal-Surfen in den Kindertagen war. Ich überflog die vielen Kaufangebote in den „Heim-Shop Programmen“ zwar mit geringem Interesse, aber immer bereit, die anderen erlösenden Programme zu durchforsten, die aus dem Äther kamen. Unweigerlich würde meine Aufmerksamkeit wieder gefesselt werden, wenn die Kauf-Club Ansagerin enthusiastisch verkündet: „Warten Sie, da ist noch mehr!“ Wieder würde ein nutzloser und überteuerter Artikel angepriesen, um den Handel zu versüßen und die Versuchung, den Kauf zu tätigen, vergrößern.

Während meiner gegenwärtigen Genesungstage höre ich immer noch den Ruf in meinen Ohren: „Warten Sie, da ist noch mehr!“

Aber heute ist es keine erneuerte Verlockung, sondern ein anderes Thema der Genesung, ein weiterer Charakterfehler oder eine geistliche Unterentwicklung in einem persönlichen Bereich meines Lebens.

Zuerst dachte ich, Alkohol wäre das Problem, nur um dann Themen der „gestörten Familie“ zu entdecken. Diese beleuchteten meine Unzulänglichkeiten in den Beziehungen, die mich wiederum zu weiteren verstärkten zwanghaften Verhaltensweisen führten - auch sogar die religiösen Süchte, dass ich immer mehr egoistische Streicheleinheiten haben wollte. 

Aber warte, da ist mehr!

Ich erkannte dann, dass ich einige lang behütete, aber verzerrte Glaubensansichten über Jesus hatte, die ferner zusätzliche Charakterfehler wie Stolz, Angst, Kontroll- und Machtansprüche und vieles mehr offenbarten. Als ich dann endlich an dem Punkt angelangt war, mich zu „identifizieren wie ich wirklich bin“ und mit meinem „neuen verbesserten Lebensstil“ umgehen konnte, glaubte ich - in naiver Weise - , dass dieses nun die letzten Aufgaben waren, die ich zu bearbeiten hatte und dass die Arbeit nun für mich getan war. Ich war bereit, diese Geschenke der Genesung, der Gesundung und der Gelassenheit zu bewahren, aber bitte keine Überraschungen mehr!

Aber Sie vermuten richtig! Vergangenes Jahr ist ein anderes geheimnisvolles Charakterwesen hinzugekommen oder aufgedeckt worden, was mich natürlich wieder verunsicherte:

Aber warte, da ist mehr!

Ich bin mit ADD (Attention Deficit Disorders) [deutsch: ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom)] diagnostiziert worden. [Anm.:  ADD / ADS ist eine neurologische Verhaltensstörung; durch Fehlsteuerung der Dopamin-Strukturen im Gehirn verursacht]. Dieses ist für mich sehr hilfreich gewesen, meine mir unerklärlichen negativen Verhaltensarten zu erklären, aber es fügt auch neue Verwirrungen hinzu auf meiner komplexen, manchmal für mich überwältigenden Genesungsreise. Ich winde mich gewöhnlich, wenn ich mit der Bitte, eine neue Schwachstelle zu enthüllen, konfrontiert werde, was wiederum mehr Aufmerksamkeit und Bemühungen erfordert.

Ich begann zu erkennen, dass die Formel  „Aber warte, da ist mehr!“ nicht wie ein jährlicher Zahnarztbesuch behandelt werden muss, sondern als ein geistliches und charakterliches Erwachen gesehen werden kann, in unseren Bemühungen mehr christliche Wesenszüge zu erwerben. Unser Genesungsweg ist ein lebenslanger Prozess, unsere geistliche Unterentwicklung reifen zu lassen. Und er handelt vom Fortschritt, nicht von Perfektion. Ich bin so dankbar, dass ich die Menschen, die Plätze und Programme habe, die ich brauche, um den Pfad in Richtung Gesundheit und Ganzheit erfolgreich durchwandern zu können.

Meine einzige Hoffnung liegt in Jesus Christus und Seinem unbezahlbaren Opfer! 

Ohne die Hoffnung, dass Jesus für mich sorgt, würde ich kaum eine echte Motivation zur Genesung aufbringen können. Paulus hat nicht geblufft, als er verkündet hat :

 ER, der ein gutes Werk in dir begann, wird es treu in dir vollenden!“   (Philipper 1:6)

Ich kann in der Gewissheit ruhen, dass jedes Mal, wenn ich mir über einen meiner Charakterfehler bewusst werde, ich Jesus einfach nur um Hilfe zu bitten brauche. Ich bin dann einen Schritt weiter in der Vollendung meines geistlichen Wachstums und meiner Erfüllung. Ich bin dankbar, dass, solange ich auf meinem Weg kapituliere und Seinen Willen akzeptiere, Jesus mir sanftmütig verkündet:

Aber warte, da ist mehr!

Jedes Mal wachse ich dann ein Stück näher zu Seinem göttlichen Plan heran.

Rolf P., Mitbegründer Overcomers Outreach – Deutschsprachige Gruppen

Mein erstes Meeting bei den Anonymen Alkoholikern – kurz AA – ist mir noch wie heute gegenwärtig. Da saßen Menschen wie du und ich, die einfach so locker über ihren verzweifelten Kampf mit der Flasche und über die schwersten Probleme ihres Lebens sprachen als wären diese das Natürlichste und Selbstverständlichste von der Welt - keine Vorwürfe, keine Androhungen, keine Befehle: „Wenn du nicht das lässt oder jenes endlich tust, dann ...“. Jeder sprach von seinem Leben (oder was davon übrig geblieben war), von den schlimmen Ängsten, erlebten Qualen, Leid, aber es wurde auch herzhaft und aus voller Seele gelacht – über sich, über die lustigen Erlebnisse, aber auch geweint oder einfach nur in tiefer Stille verharrt über die schmerzvollen Täler des Lebens. Ich spürte sofort: „Hier bist du richtig! Hier sitzen Vollprofis, die alles selbst durchlebt haben – keine Theoretiker, die mir ihr angelerntes Wissen aufdrücken wollen.“ Bei den 12-Schritte-Gruppen gibt es gibt weder Abteilungsleiter noch Direktor außer der sog. „Höheren Macht“, zu der jeder auf seine persönliche Art und Weise selbst finden muss. In dieser fast „paradiesischen Gemeinschaft“ in Gleichheit (auch wenn diese in der Realität des Zusammenlebens unter Menschen sogar in christlichen Gemeinschaften wohl nie vollkommen erreichbar erscheint) einfach sein Leben freiwillig einer Höheren Macht hinzugeben ist wohl eines der für den Neuling und Außenstehenden großen verborgenen Geheimnisse und ein rätselhaftes Wunder dieses von „Gott inspirierten Programms“, das bis heute Millionen von verzweifelten Menschen, die mit ihrem Leben völlig am Ende waren, plötzlich scheinbar unendliche Kraft und Hoffnung auf eine totale Wende im Leben zu geben vermag. Mit wie vielen betroffenen Freunden habe ich in den letzten Jahren gesprochen oder rund um die Welt „gechattet“, die mir ihre persönliche Wundergeschichte von Kapitulation, Hoffnung und Befreiung berichtet haben.

Ich frage mich dann immer, warum nur so relativ wenige Menschen Zugang zu diesem phantastischen Lebens-Programm finden und so unendlich viele Menschen in dieser Welt mit ihren unterschiedlichsten Krankheiten, persönlichen Störungen und Lebenszwängen einfach ohne Hoffnung und Mut sich ihrer Abhängigkeit hingeben oder von Seminar zu Seminar hetzen, zig Therapien absolvieren, sich durch unendlich viele Bücher und Fachliteratur durchwühlen, um letzten Endes irgend wann auch davon abhängig zu werden oder zu resignieren oder einfach sich ohne Widerstand dem Zwang ergeben bis zum bitteren Finale.

Aber ich habe auch erfahren müssen, dass ich  keinen von ihnen heilen kann! Nicht einmal mir selbst konnte und kann ich helfen! Das wichtigste Geheimnis des 12-Schritte-Programms ist die Erkenntnis, Anerkennung und Akzeptanz, dass ich machtlos bin und alles – aber auch wirklich alles – meiner Höheren Instanz, wie ich diese Schritt für Schritt und Tag für Tag erfahren und verstehen lerne, übergebe. Für mich war das Erkennen meiner Höheren Macht zu Anfang schwierig, denn ich konnte wie so viele der AA Freunde Gott zwar in der Natur als den „globalen Schöpfer“ annehmen, aber IHN in der Form eines großen Baumes oder eines Berges oder sonst einer Gestalt oder abstrakten Form zu wähnen, bereitete mir Probleme. Das war mir nicht griffig genug. Ich brauch(t)e etwas Konkretes, Fassbares, Einfaches. Wie durch ein weiteres Wunder kam ich nach einigen Jahren mit AA Freunden aus England in Kontakt, die den Gott ihrer persönlichen Erfahrung gefunden hatten: Jesus Christus! Die Schritte 3 und 11 sprechen von dem Gottesbegriff „Wie wir IHN verstanden“. Verständnis und Verstehen Lernen kann aber nur im Dialog durch wechselseitiges Begegnen, Sprechen, Zuhören, Beten, Denken und Handeln entstehen – ein abstraktes Phantom ist da nutzlos. Und dieser Jesus ist – Gott sei Dank - nicht abstrakt, sondern eine lebendige Person – Sein Leben, Seine Worte und Taten sind aufgeschrieben (wie die 12 Schritte und Traditionen) und wenn ich IHN annehme (3. Schritt), wird Sein Geist in mir lebendig und ist jede Sekunde meines Lebens gegenwärtig – als Freund, Berater, Partner, Anwalt, Retter und Herr. Ich kann mit IHM sprechen, IHM meine Sorgen mitteilen und anvertrauen, auf IHN hören und auf Seine Segnungen warten, meine Angst vor notwendigen Veränderungen durch Seine Hilfe überwinden, schmerzvolle Schritte zur Erneuerung gemeinsam mit IHM gehen, mich von Seiner Kraft und Herrlichkeit tragen lassen und IHM für alles, was ER für mich getan hat, danken und lobpreisen – wenn ich bereit und willig dafür werde, Jesus in meinem Leben als Herr und Retter eintreten zu lassen.

Je mehr bittere Niederlagen, leidvolle Schmerzen und Qualen du in deinem Leben erlitten hast, um so einfacher kannst du endlich bedingungslos kapitulieren und versuchen, die totale Kontrolle über dein Leben abzugeben – ich glaube, deshalb fällt dieses Programm auch wohl den Alkoholikern so leicht zu. Aber wenn du deine Unterschrift nicht verbindlich unter den „Vertrag der Schritte 1 bis 3“ setzt, können die göttlichen Versprechungen auch nicht in ein mit echter Freude und tiefer Dankbarkeit erfülltes, zufriedenes Leben umgesetzt werden. Es gibt auch manche Christen, die damit ihre Schwierigkeiten haben, sie haben das sog. „geteilte Herz“ und teilen die einzelnen Entscheidungskompetenzen ihres Lebens zwischen sich und Gott nach ihrem Belieben auf - aber halbe Dinge bringen uns nichts!

Immer mehr erkannte ich beim Lesen und Studieren der Evangelien und Apostelbriefe, dass das ganze 12-Schritte-Programm ja bereits in den biblischen Schriften verankert ist – beginnend von der Bergpredigt bis hin zur Offenbarung. Die Einfachheit und Klarheit der 12 Schritte halfen und helfen mir heute die Bibel in einem ganz neuen Verständnis erfassen, endlich auch verstehen und - was noch wichtiger ist – praktisch anwenden zu können (meine Religionslehrer und Pastoren haben sich in meiner Jugend vergeblich darum gemüht!) Leider verpassen viele AA Freunde diese Chance auf ein geistig-seelisches und geistliches Wachstum und konzentrieren sich auf die körperliche Genesung – obwohl die zentrale Bedeutung des „Strebens nach GOTT“ auf den Seiten 59 und 164 des „Big Books“ der Anonymen Alkoholiker so eindeutig erwähnt ist: But there is One, Who has all Power – that One is GOD. May you find Him now! Half measures availed us nothing. Der Einzige, der über diese Macht und Kraft verfügt, ist Gott. Mache dich auf und versuche Ihn zu finden, denn halbe Sachen brachten uns gar nichts.“ Das ist die wahrhaftige Erfahrung und eindeutige Botschaft der ersten AA an jeden von uns.  Die „Big Book Study“ 1997 in Bristol wurde für mich zur endgültigen Wende zu Gott – Danke Charly, Joe und Frank!

Ich glaube heute, dass Gott für mich einen Weg ausgesucht hat, der mit stacheligen Dornen und spitzen Steinen beladen ist, um mich wachsam und geduldig mit Kraft, Energie und Ausdauer zu versorgen und in Demut zum Wachstum in Seinem Namen hinzuleiten. Nur zwei Jahre nach meiner Kapitulation schien eine glänzende Karriere und Zukunft vor mir zu liegen, aber alle meine Träume und Wünsche wurden über Nacht ausgelöscht. Heute habe ich die absolute Gewissheit, dass ich ohne diese schmerzhaften Erlebnisse nicht zu dem Menschen geworden wäre, zu dem Gott mich bis heute gemacht hat – auch wenn noch viel gemeinsame Arbeit und Mühen vor uns liegen – denn ohne Jesus schaffe ich es nicht! Ich habe viele Freunde kennen gelernt, welche die Früchte der körperlichen Genesung und des finanziellen und sozialen Aufschwungs ernten durften aber nie die Segnungen des Geistes erlebt haben. Selbstzufriedenheit und Wohlstand machen satt und träge! Das gilt für alle unsere Lebensbereiche, in der Familie, im Beruf, im Staatswesen, in der Gemeinde und in unserem persönlichen Wachstum. Geistlicher Hunger nach Gott und geistiger und emotionaler Hunger nach Seinem Auftrag in meinem „Neuen Leben“ führen unseren Weg zum Ziel. Die Suche und unser mühsames Stolpern, Hinfallen, Wiederaufstehen und Weitergehen nach diesem göttlichen Bestimmungsort ist das Wichtigste in unserem Leben - auch wenn wir diese Weisheit manchmal erst sehr spät entdecken, anerkennen und wertschätzen lernen.

Das Programm der Anonymen Alkoholiker besteht nicht nur aus den 12 Schritten – die 12 Traditionen sind ebenso von Bedeutung, auch wenn sie zunächst unscheinbar und meist wenig Beachtung finden. Ich liebe diese klare, raue, aber herzliche Sprache der AA: „Das 12-Schritte-Programm ist ein einfaches Programm für komplizierte Menschen. Die 12 Schritte sorgen für unsere Genesung – die 12 Traditionen dafür, dass wir uns nicht gegenseitig umbringen!“  Wichtigstes Prinzip ist der Wunsch, in Einheit und Demut anderen Menschen zu dienen (und somit zu genesen), sich bedingungslos der obersten Autorität und dem Gruppengewissen unterzuordnen – für wahre Rebellen, wie sich viele AA auch bezeichnen, ist das ein ganz schöner Hammer! Erst sehr viel später ist mir dieser „rebellische Geist“ beim Lesen der Bibel richtig in mein Bewusstsein vorgedrungen. Jede Gruppe ist eigenverantwortlich. Kein Einfluss von und nach Außen – weder Geld noch sonstige Einflüsse und Autoritäten. Nur ein Ziel im Sinn. Die Ausrichtung meines geistig-seelischen und geistlichen Wachstums nur auf eine Person fixiert: Jesus Christus, meiner Höheren Macht. Unsere mathematische O.O. Formel lautet einfach: Dienst für Jesus = Genesung + Wachstum!  Kein Pastor, Gemeindeleiter, Ältester, Seelsorger oder sonstige „Leiter-Persönlichkeit“ redet dazwischen: „Spirit pur!“  Ebenso sind akademische Titel, Dienstgrade, Berufsauszeichnungen, Verdienstbescheinigungen, Schlüsselanhänger prestigeträchtiger Automarken und sonstige erdiente oder erkaufte Orden an der Garderobe abzugeben: Hier zählt nur der Mensch wie Gott ihn sieht!

Diese 12 Traditionen machen auch den Unterschied zu anderen christlichen 12-Schritte-Gruppen aus: Prinzipien über Personen zu stellen!  Jede Gruppe wählt sich ihre „Leiter“, die der Gruppe dienen (nicht herrschen!) sollen. Deswegen nennen wir uns Dienstgruppen – weil wir Anderen dienen wollen. Es gibt keine Hierarchie – kein Machtzentrum außer unserem obersten Dienstherrn Jesus Christus. Das Prinzip der Rotation (meist alle 3 Jahre) verhindert Burnout- und Größenwahn-Syndrome. Jede Gruppe organisiert sich selbst –der Rest fügt sich irgend wie zusammen, um den gemeinsamen Dienst für den Herrn Jesus Christus in Seinem Geist zu koordinieren. Toleranz und Respektieren des anders Denkenden und des anders Gläubigen ist angesagt! Auch hier Erleichterung: „Ich bin nur für mein eigenes Denken und Handeln verantwortlich – nicht für das Ergebnis als Ganzes!“ Wie viele Gruppen und wie groß unsere Gemeinschaft im deutschsprachigen Raum einmal werden wird, ist für uns heute unerheblich, weder wird es mein noch dein Verdienst, noch steht es in unserer Verantwortung, denn O.O. ist das Werk Jesu, wir sind nur die bevollmächtigten Diener. So bleibt es auch der eigenen Entscheidung überlassen, ob neue Gruppen sich sofort offiziell „Overcomers Outreach“ bezeichnen oder eine andere Bezeichnung wählen – wir haben keinen besseren und treffenderen deutschen Titel gefunden. Unser O.O. Motto heißt im Original: Only by His Grace – Only for His Glory!  Alles was wir tun, besitzen und erreichen können geschieht ausschließlich aus Gottes Gnade und wir beten, denken und handeln nur zu Seinem Ruhm.  Wichtig ist der Geist in einer Gruppe. Ich habe schon viele unterschiedliche Gruppenarbeiten in diversen 12-Schritte-Gemeinschaften und Gemeindekreisen erleben dürfen und in nicht-christlichen AA oder ähnlichen Gruppen schon mehr „Holy Spirit“ angetroffen als in christlichen Kreisen. Nicht der Name, der Geist macht es! Carl G. Jung, einer der Wegbereiter von AA, hat es 1931 auf den Nenner gebracht: „Spiritus contra Spiritum.“ In Psalm 51, 10 bittet David seinen HERRN: “Bitte erbaue in mir ein reines Herz und erneuere einen treuen, nur auf DICH gerichteten Geist in mir!”

Ich glaube, dass es kein Zufall war, dass Gott den Alkoholikern aus Gnade den Auftrag gab, Seinen Göttlichen Geist in diese einfachen 12 Schritte und 12 Traditionen umzuwandeln und zu Seiner Ehre und zur Genesung Seiner Familie zu verbreiten, indem Bill W. und Dr. Bob S. im Jahre 1935 auserwählt wurden, die Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker ins Leben zu rufen. Pauline und Bob B. haben diese Berufung im Jahre 1977 durch die Gründung von Overcomers Outreach fortgesetzt, indem sie das 12-Schritte-Programm wieder zu den ursprünglichen christlichen Wurzeln zurückbrachten. Und wir haben den Auftrag, diese Botschaft in die deutschsprachigen Länder zu übertragen. Ich könnte noch vieles berichten, aber das würde diesen Rahmen sprengen. Der Apostel Paulus hat es trefflich im 2. Korintherbrief formuliert: „Je mehr ich mich meiner Schwächen rühme, desto mehr erkenne und bekenne ich Gottes Stärke und Ruhm!“ oder in der Sprache der AA: „Je mehr ich in diesem Programm lebe und wachse, desto mehr erkenne ich wie hilflos ich bin und wie sehr ich meinen Herrn und Erlöser Jesus Christus nötig habe, denn Alles liegt in Gottes Hand:

 ... immer nur für heute -

... einen Tag und einen Schritt nach dem anderen...!

 Literatur:   Alcoholics Anonymous,  A.A.World Service Inc. , 1976, 3rd Edition

 

 

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Christliche 12 Schritte und Christliche 12 Traditionen

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